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Vereinsinfo

Historische Narrozunft Villingen e.V.
Rietgasse 11/1
78050 Villingen-Schwenningen

0176 14065282
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Tradition und Moderne: Die Historische Narrozunft Villingen – Teil der Zukunft dieser Stadt

Wer heute an die über 1.000 Jahre alte Stadt Villingen denkt, dem kommt natürlich die Villinger Fasnacht in den Sinn. Kenner verbinden damit ein Brauchtum, das bereits seit vielen Jahrhunderten besteht.

Es ist nachgewiesen, dass die Villinger Fasnacht bis ins Jahr 1494 zurückreicht. Damals hielt am 13. Februar Franziskanerpater Johannes Pauli vor den Nonnen des Bickenklosters eine Predigt, die niedergeschrieben ist und somit auch der Nachwelt erhalten blieb. Darin taucht zum ersten Mal für Villingen das Wort Fasnacht auf – und das gleich mehrfach. Diese Originalaufzeichnungen befinden sich heute in der Berliner Staatsbibliothek.

Ursprünglich bedeutete Fasnacht Narrentreiben, den Mitbürgern und vor allem der Obrigkeit zu strählen, d. h. auf humorvolle Art und Weise die Meinung zu sagen. Die Durchführung von Fasnachtsumzügen und deren Organisation machten es nötig, vor der Fasnacht Versammlungen einzuberufen, was schließlich 1882 zur Gründung der Narrozunft Villingen führte. Heutzutage besteht die wichtigste Aufgabe der Narrozunft darin, die Villinger Fasnacht zu pflegen und unverfälscht für die nachkommenden Generationen zu erhalten.

Seit der Gründung des Brauchtumsvereins hat sich viel bewegt. Die Entwicklung der Narrozunft wurde immer wieder von neuen Ideen, der Arbeit und dem Idealismus von Rats-, aber auch Zunftmitgliedern geprägt. So wurde bereits im Jahre 1912 die erste Narrozeitung herausgebracht, in der humorige Vorkommnisse während des Jahres an die Öffentlichkeit gebracht werden. Sie ist auch heute noch neben den großen Umzügen fester Bestandteil unserer Fasnacht. Das Gleiche gilt für die Zunftbälle mit ihrem lokalhistorisch ausgerichteten Programm.

Die Narrozunft Villingen prägte noch ein weiteres zukunftsträchtiges Ereignis, nämlich die Gründung der Schwäbisch-Alemannischen Vereinigung im Jahre 1924, die vom damaligen Zunftmeister ausging. Durch den Zusammenschluss der ersten zwölf Narrenvereine wollten sie sich gegenüber der Regierung einen größeren Rückhalt verschaffen, wenn – wie in den Jahren zuvor wiederholt – Genehmigungen für Fasnachtstreiben nur an Zünfte mit alter Tradition erteilt wurden.

Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg schafften es einige Getreue, die Fasnacht wieder einzuführen und mit Leben zu erfüllen. Seit den 70er-Jahren verzeichnet der historische Teil der Villinger Fasnacht einen wahren Boom. Die Mitgliederzahl der Narrozunft explodierte auf heute über 4.000. Sie ist damit der größte Verein in unserer Region. An den Fasnachtsumzügen nehmen regelmäßig zwischen 2.200 und 2.500 Aktive in ihren Narrohäsern und Altvillinger Trachten teil. Das ist der Beleg dafür, dass dieses Brauchtum auch nach Jahrhunderten noch lebendig ist und von den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt mitgetragen wird.

Um dieses Brauchtum unverfälscht an unsere Kinder zu überliefern, leistet die Narrozunft auch intensive Forschungs- und Aufklärungsarbeit. Dazu gehören unter anderem fasnachtsbezogene Ausstellungen, Vorträge und Dokumentationen. Die überregionalen Ausstellungen im Franziskanermuseum im Jahre 2003 „Häser, Kleidle, Rollen, Gschell” und im Jahre 2007 „Schemen, Masken, Larven”, jeweils in Zusammenarbeit mit den zwölf bedeutendsten Weißnarren-Vereinen in unserer Region, begeisterte eine überwältigende Besucherschar. Ziel der Narrozunft ist es hierbei immer, auch die Jugend mit einzubeziehen und sie somit frühzeitig an das Brauchtum heranzuführen. Solche Aktivitäten sind zukunftsweisend und für den Fortbestand der Narrozunft und der Villinger Fasnacht von ausschlaggebender Bedeutung.

Neben der Pflege und dem Erhalt des Villinger Fasnachtbrauchtums war es immer auch ein Anliegen der Narrozunft, sich für den Erhalt von Kulturgütern in unserer Stadt einzusetzen. Die Sanierung des Romäusbildes am Romäusturm, des Spitalkellers und des Elisabethenturms sowie des Brunnens im Spitalgarten stehen beispielhaft hierfür.

Im Jahre 2007 setzte die Narrozunft einen weiteren Meilenstein in ihrer Vereinsgeschichte. Sie hat sich den Erhalt der Zehntscheuer, eines der bedeutendsten Kulturdenkmale in Villingen-Schwenningen zur Aufgabe gemacht. Da sie für eine private Nutzung kaum infrage kommt, stand sie seit Jahren leer. Um die Zehntscheuer vor dem Zerfall zu retten, hat die Narrozunft sie erworben und baute sie zu einer zentralen Begegnungsstätte um. Der Umbau erfolgte nahezu ausschließlich durch Eigenleistung der Mitglieder, die hierfür geschätzte 20.000 freiwillige Arbeitsstunden leisteten.

Seit Oktober 2014 ist die Zehntscheuer unser Vereinshaus mit Vereinsgastronomie, einer Veranstaltungsebene und Räume für Kammer, Archiv und Vereinsverwaltung. Im Jahr 2020 wurde die Fassade erneuert und mit einer Bemalung versehen.

Über die Fasnet 2020 veranstaltete die Narrozunft zusammen mit dem Franziskanermuseum eine Ausstellung in den Räumen des Franziskaners mit dem Titel „Familiengeheimnisse – De Narro un si ganz Bagasch“. Diese Ausstellung fand überregional Anerkennung. Gewürdigt wurde sie mit einem Sonderpreis der Kulturstiftung der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht.

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