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Beide Zunftbälle ausverkauft

Aufgrund einer sehr großen Zahl von Kartenvorbestellungen sind die unsere beiden Zunftbälle am Freitag und Samstag, 7. und 8. Februar, in der Neuen Tonhalle, restlos ausverkauft. Die vorbestellten und zugeteilten Eintrittskarten müssen am Samstag, 1. Februar, zwischen 10 und 12 Uhr, in der Zehntscheuer abgeholt werden.

Wer keine Karte für einen der beiden Zunftbälle, die unter dem Motto „Nachts im Museum - Im Franziskaner isch ällerhand los“ über die Bühne gehen, bekommen hat, der kann zumindest das Programm bei der öffentlichen Generalprobe am Donnerstag, 6. Februar, ab 19 Uhr, in der Neuen Tonhalle anschauen. Der Eintritt zur Generalprobe ist kostenlos, eine Spende wird aber erwartet.

Ausstellung eröffnet: Die Familiengeheimnisse unserer Fasnet

Ihre "Familiengeheimnisse" offen legt die Fasnet mit der gleichnamigen Ausstellung von Narrozunft und Museum im Villinger Franziskanermuseum, die mit gewaltiger ­Resonanz eröffnet wurde und noch bis Ende März zu sehen ist. Das Konzerthaus fasste die Menge derer kaum, die "de Narro un si ganz Bagasch" als Erste sehen wollten.

Unter den Klängen von Markus ­Färbers Stadt- und Bürgerwehrmusik – die natürlich auch den Narromarsch spielten, bei dem es vor allem die Hästräger kaum auf den Sitzen hielt – wurde die vom Museumsteam in Zusammenarbeit mit der Historischen Narrozunft lange geplante und aufwändig kuratierte Ausstellung für die Besucher freigegeben.

Oberbürgermeister Jürgen Roth sprach von "der Verbundenheit, aber auch der Last", die Familie mit sich bringen kann und von der Bedeutung der Fasnet als immaterielles Weltkulturerbe. Gar philosophisch wurde Roth, als er die Fahrt auf dem Narrenschiff mit einer "Reise in das eigene Ich" verglich.

Zunftmeister Anselm Säger erinnerte an die Idee des damaligen zweiten Zunft­meisters Hans-Jörg Voggenreiter vor vier Jahren und stellte die grundsätzliche Frage, wie weit die Fasnet im digitalen Zeitalter Brauchtum und Tradition reglementieren dürfe und solle. Die Frage müsse erlaubt sein, so Säger, wo der Verein und das Brauchtum in 50 oder 100 Jahren stehen wolle. Säger selbst hatte ein acht Meter langes Holzschiff errichtet, auf dem die verschiedenen Ur-Narren Platz finden. Auch der Kotflügel eines Opel-Mantas, ein Bonanza-Rad und Objekte aus der Popkultur sind in der Ausstellung anzutreffen, um auch den Aspekt Zukunft zu bedienen.

Anita Auer, Museumsleiterin und mit Peter Graßmann Kuratorin der "Familiengeheimnisse", stellte den Bezug zu der Ende des 15. Jahrhunderts von Sebastian Brant geschriebenen Moralsatire "Das Narrenschiff" her, das meistgelesene Buch seiner Zeit. Zu den mittelalterlichen Narren habe man eine Auswahl aktueller regionaler Fastnachtsfiguren gestellt, um Familienähnlichkeiten entdecken zu können. Dabei sei man auch der Herkunft von Fuchsschwanz, Schelle, Halskrause und der Scheme nachgegangen.

Mit lang anhaltendem Applaus bedachte das Publikum den Kurzvortrag des Rottweiler Volkskundlers Werner Mezger, der sich zuvor drei Fragen beantwortet hatte. Danach stammt die Glattlarve des Narros nicht erst aus dem Barock, sondern ist schon auf italienischen Gemälden des 16. Jahrhunderts zu ent­decken. Die Scheme an sich habe sich, so Mezger, aus den Teufelsfratzen entwickelt, die in Italien zuerst bei Fronleichnamsprozessionen getragen wurden und später signalisierten, dass nach der gottgefälligen Fastenzeit "der Teufel los" sei. Desweiteren stellte Mezger fest, dass der Hänsel (Hansel) ein "Migrant" sei und als italienischer Harlekin seinen Weg über die Alpen nach Süddeutschland fand. Und schließlich belegte der Wissenschaftler, dass die "lebenden Bilder" auf den Häsern der Weißnarren auf Messgewändern von Geistlichen ihren Ursprung haben und nach der grauen Eselsfarbe auch das Narrenhäs eroberten – zuerst in Italien. "Nicht alles aus der Fastnacht kommt aus Italien, aber sehr viel", schloss Mezger.

Begleitprogramm:  Die Ausstellung "Familiengeheimnisse – de Narro un si ganz Bagasch" ist bis Sonntag, 29. März, im Franziskanermuseum zu sehen und wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm. An jedem Sonntag – außer Fastnachtssonntag – bieten Mitglieder der Narrozunft um 15 Uhr ­Führungen an. Am Samstag, 18. Januar, 21 Uhr, sowie am Samstag, 25. ­Januar, und am Samstag, 14. März, jeweils ab 15 Uhr, spielen ­Henry Greif, Klaus Richter, Gunther Schwarz und weitere Akteure vor Ort das Narrenspiel "Vom Teufel geritten, den Schalk im Nacken". Unter dem Motto "Alles Fantasie" steht der närrische Bastelworkshop für Kinder ab vier Jahren am Sonntag, 26. Januar, von 14 bis 17 Uhr. "Krachmachertag im Museum" heißt der zweite Workshop für Kinder ab zwei Jahren am Samstag, 15. Februar, von 14 bis 17 Uhr. Am Donnerstag, 5. März, hält Werner Mezger, Professor an der Universität Freiburg, ab 19 Uhr den Vortrag "Spiele um Leben und Tod: Bräuche von Fastnacht bis Ostern".

Öffnungszeiten sind dienstags bis samstags von 13 bis 17 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt fünf Euro. Zu der Sonderausstellung erscheint ein Katalog.

Aus Schwarzwälder Bote

Unsere neue Narrozeitung ist da: Schrill, bunt, lustig

Das ist sie, unsere neue Narrozeitung. Schrill, bunt, lustig, höchst unterhaltsam. Das Redaktionsteam um unseren 1. Narrozeitungsredakteur, Clemens Wursthorn, hat der Zeitung ein neues Gesicht gegeben und das Design verändert. Neben einer Titelstory erzählt die Redaktion wieder von manch wunderlichen und witzigen Gegebenheiten, die im Städtle oder auch jenseits der Stadtmauern passiert sind. Der Preis ist mit 2.50 Euro gleich geblieben. Die Zeitung ist in zahlreichen Geschäften und anderen Verkaufsstellen erhältlich.

Im Franziskanermuseum: FAMILIENGEHEIMNISSE. DE NARRO UN SI GANZ BAGASCH

Im Franziskanermuseum in Villingen findet bis zum 29. März unsere große Fastnachtsausstellung, die zusammen mit dem Museum konzipiert und umgesetzt wurde, statt. Unser Narro lädt seine Verwandtschaft nach Villingen ein. Seine Brüder, Schwestern und Cousins kommen nicht nur aus der Region, sondern auch aus Italien und der Schweiz - aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Eine Narrenschau der besonderen Art. Narro und Altvillingerin, Stachi und Morbili: Diese Dreamteams der Fasnet sind allgemein bekannt. Was aber hat die schwäbisch-alemannische Fastnacht mit der italienischen Commedia dell'arte oder dem Wiener Volkstheater zu tun? Woher kommen die vielen Teufel, Tiere und Wilden Männer in der Fastnacht? Und gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Jokili und dem Joker? Die große Fastnachtsausstellung begibt sich auf Spurensuche in den verworrenen Familienverhältnissen des Narros. Seine Brüder, Schwestern und Cousins findet sie nicht nur in den fastnächtlichen Hochburgen der Region, sondern weit darüber hinaus. Die Ausstellung erklärt, wie sich die Figuren entwickelt haben, welche Vorstellungen in ihnen zum Ausdruck kommen und was ihre Accessoires wie Schellen und Krägen bedeuten. Es zeigt sich: Die Villinger Fastnacht ist Teil eines uralten, europaweiten Kulturphänomens, dessen Spuren sich bis in die Popkultur der Gegenwart verfolgen lassen. In dieser großen Narrenschau treffen Bär und Butzesel auf Bajazzo und Bowie: Ein Fastnachtsspaß der besonderen Art.  

Dank und Ehrung für langjährige und verdiente Mitglieder

Bei der Generalversammlung der Zunft in der Neuen Tonhalle wurden zahlreiche langjährige und verdiente Mitglieder geehrt:

70 Jahre: Georg Friedrich Baur, Kuno Broghammer, Richard Faller, Eugen Köhl, Kurt Kunle, Herbert Leute, Konrad Panther, Mechthild Pietsch, Leo Storz, Siegfried Vollmer, Friedrich Weber.

65 Jahre: Ludwig Distel, Kurt Hettich, Edmund Krüger, Horst Peikert, Franz Sauter, Hans Peter Schumpp, Helmut Schwarzwälder, Gerhard Serrer, Manfred Serrer, Dieter Sulzmann, Kurt Waldkircher.

60 Jahre: Siegfried Burger, Gernot Maier, Harry Meßmer, Gudrun Singer, Traugott Wöhrlin.

50 Jahre: Heiner Albrecht, Martin Beha, Konrad Flöß, Herbert Frey, Hermann Haugg, Werner Hock, Werner Mauch, Günter Müller, Günter Neininger, Werner Neugart, Claudia Staudt.

40 Jahre: Jörn Adelhardt, Hendrik Albrecht, Gisela Auer, Monika Auer, Armin Baur, Brigitte Bausch, Horst Bergmann, Ulrike Boue, Alexa Bräun, Sebastian Briegel, Brigitte Dalberg, Wolfgang Dalberg, Christin Dammert, Ruth Dammert, Angelika Dinser, Gerold Distel, Hartmut Dulling, Christian Ebert, Helga Echle, Harald Emminger, Beate Ettl, Gundula Ettwein, Doris Feld, Michael Feustel, Peter Feustel, Felix Flaig, Philip Flaig, Ralf Frank, Isabelle Fuchshuber, Joachim Glökler, Eckmar Grah, Nicole Grauer, Jörg Gressenbuch, Franz Grüsser, Ulrich Haffa, Klaus-Peter Hässler, Tanja Hässler-Lewanderski, Dieter Heigl, Brigitte Heine, Martina Heine, Ewald Heinzmann, Birgit Held, Marion Höcke, Marlen Hofmann, Claudia Holtmann, Thomas Hummel-Wunsch, Simone Jehle, Silke Kaczkowski, Bettina Keller, Hans-Joachim Keller, Manuela Kist, Franz Kleinboelting, Heinz Klingele, Alexander Kluß, Norbert Kluß, Nadine Krebs, Stefanie Krems, Marianne Kriesche, Barbara Kröning, Annemarie Künkel, Monika Lemke, Andreas Leute, Christian Link, Bettina Look-Ummemhofer, Dieter-Eberhard Maier, Tanja Milovanovic, Hildegard Moser, Edgar Moser-Fendel, Ruth Müller, Manfred Oberg, Hans-Peter Penl, Petra Probst, Renate Rapp, Klaus Richter, Brigitte Riegger, Gabriele Riegger-Riester, Hartmut Riehle, Doris Rupertus, Cordula Sauter, Jens Schaumann, Robert Schiessle, Werner Schleicher, Klaus Schmiech, Alexander Schmidt, Gerhard Schubnell, Helmuth Schubnell, Brigitte Schuhenn, Joachim Schuhenn, Karoline Schuhenn, Andrea Schweizer, Margarete Smykala, Jörg Spiegelhalter, Michael Storz, Peter Storz, Winfried Strengert, Manfred Strohmaier, Leoni Struijk, Hermann Sulzmann, Urban Wehrstein, Anja Weißer, Claudia Wendt, Jörg Westermann, Elfried Wildi, Petra Wildi, Michael Wöhrle, Jürgen Zander.

25 Jahre: Erich Anhut, Hansjörg Baumann, Primin Baumann, Kathrin Bausch, Barbara Beha, Werner Beha, Gabriele Beitz, Jörg Biermann, Manuela Biermann, Marek Bisswurm, Annabel Braitsch, Birgit Colli, Max Dobernecker, Moritz Dobernecker, Florian Dold, Andreas Duffner, Ann-Kathrin Ebner, Alexander Eisenmann, Lukas Eisenmann, Andrea Ettwein, Helga Ettwein, Peter Ettwein, Rosa Maria Ettwein, Verena Ettwein, Werner Ettwein, Jan Konstantin Feder, Michaela Fleig, Sybille Frey, Christine Fuchs, Svenja Fuhrmann, Udo Gottschalk, Benedikt Grießhaber, Anne Guisa, Christian Hauser, Tobias Hermle, Christoph Herr, Ursula Hirt, Wolf-Dieter Hirt, Katrin Hügel, Simone Hügel, Andreas Hummel, Clemens Hummel, Herbert Hummel, Martin Hummel, Petra Hummel, Stefan Hummel, Frank Kienzler, Sandra Krause, Julia David Kunz, Eva Laufer, Christine Lieb, Dominic Mangold, Barbara Martin, Karin Matthäus, Clemens Möhrle, Marion Möhrle, Marius Möhrle, Elmar Munz, Dominik Nopper, Silvia Paul, Carola Penl, Jürgen Penl, Hans-Jürgen Petrasek, Chris Rebstein, Marc Rebstein, Francesco Riegger, Birgit Rieple, Verena Russ, Lydia Helene Schaumann, Marion Schaumann, Helga Schmitt-Harter, Mirte Scholten, Christine Schulz, Ann-Katrin Seidl, Birgitt Siegert, Constanze Steiert, Andrea Störk, Peter Stratmann, Sarah Stratmann, Sina Strittmatter, Nadja Tonn, Christa Wantz, Petra Weber.

Brunnenfigur steht - Fasnet 2020 eröffnet

Eigentlich wollte Zunftmeister Anselm Säger am Sonntagabend in der Oberen Straße kurzen Prozess machen: den nach drei Jahren facegelifteten Bronzenarro von den Schirrmeistern Michael Reiser und Rafael Lewanderski umkränzen und die Fasnet 2020 vor rund 400 Fans eröffnen. Doch da hatte er die Rechnung ohne die "grünreichen Sieben", die Fraktion der Bündnisgrünen im Gemeinderat, gemacht.

Als deren Vertreter maßregelte Alexander Brüderle aus dem Erker der Stadtkasse heraus die Zünftler im Zeichen des Klimanotstandes. Mit "Jetzt habt ihr den Salat und könnt sehen, wie ihr’s vom Bäcker Kunkis gebacken kriegt" machte er sich lustig über die klimatechnisch ganz schön vor Herausforderungen stehenden Narros, die mit ihren Dieselfahrzeugen beim Umzug nur schwer Ökopunkte sammeln dürften.

Säger konterte mit den Kutschen, die von mit "reginal angebautem Heu gefütterten" Pferden gezogen werden und damit immerhin die alten Lastwagen der Katzen "ohne Katerlysator" ausgleichen können. Doch bei veganer Kost in den Stüble, Dinkelbrezeln und Steckrüben- statt Wurstsalat musste Säger passen. Da half in den Augen des Grünen auch die "Greta" auf der Rückseite der Häshose nichts, schließlich sei die zudem mit Ölfarbe gemalt und nicht gebatikt, maulte Brüderle. Um den Feinstaubausstoß beim Rollenschütteln einzudämmen schlug er vor, die Rollen unterm Häs zu tragen und außerdem Dosenpfand auf die Blechtrommeln der Glonkis zu erheben.

Bei Oberbürgermeister Jürgen Roth machte er eine Rot-Grün-Schwäche aus: "Wird er mit grünen Themen konfrontiert, sieht er schwarz". Zum zweiten Mal und "diesmal nicht verwesend" trat Roth ans Mikrofon, wünschte allen Bürgern einen guten Start in die "hoffentlich goldenen Zwanziger" und richteten den Blick auf die geplante TV-Übertragung des großen Umzuges am Fasnetszieschtig. Zuerst habe er ein "Schrecklein" bekommen, dass man damit die Villinger Fasnet "dem Me(t)zger vorführe", gab er zu. Doch inzwischen sehe er ein, dass die Stadt stolz auf ihr Brauchtum sein und das auch zeigen dürfe. Aber:"die Scheme bleibt vor dem Gesicht", mahnte er unter Beifall der Anwesenden. Wer, wenn schon einmal im Fernsehen, dann doch erkannt werden wolle, dem riet Roth, sich in die Reihen der Ratsherren wählen zu lassen, die den Umzug ohne Scheme begleiten dürfen.

Die Tradition der Wueschtsprüche bei der Fastnachtseröffnung der Historischen Narrozunft setzte erstmals der neue Wueschtvatter Matthias Frey in die Tat um, nachdem er sich in Reimform als "der Neue" vorgestellt hatte.

"Die Fasnet 2020 ist eröffnet" schmetterte schließlich Anselm Säger und die Stadt- und Bürgerwehrmusik ließ mit dem Schunkellied die Herzen hüpfen.

Aus Schwarzwälder Bote

Jaag´sche Puppenausstellung 2020: Wueschte erobern Franziskanermuseum

Herzstück der diesjährigen Ausstellung der Jaag’schen Fastnachtspuppen im Franziskanermuseum ist die Szene des Strohstopfens der Wueschte. Ehrenwueschtvatter Roland Weißer erklärt OB Jürgen Roth die Einzelheiten. Foto: Schwarzwälder Bote

"Wuescht, zwo, drei, vier" heißt die diesjährige Fastnachtsausstellung mit Puppen aus der Werkstatt der Ingeborg Jaag, die am Sonntag im Franziskanermuseum eröffnet wurde und bis einschließlich 1. März zu sehen ist.

Zum 15. Mal hat die Künstlerin in Gemeinschaftsarbeit mit Mitarbeitern des Museums und der Historischen Narrozunft rund 70 der von ihr im Maßstab 1:3 angefertigten Figuren aus dem reichhaltigen Fundus zu Szenen zusammengestellt und dabei wieder eine neue Idee verwirklicht.

Zunftmeister Anselm Säger dankte der 78-Jährigen im Museumsfoyer für ihren Ideenreichtum.

Dicht gedrängt und voller Spannung warteten dort die Besucher am Sonntagnachmittag auf die Eröffnung der Ausstellung. Nachdem Museumsleiter Anita Auer die Faszination von Miniaturen als im Augenblick eingefrorene Abbilder der Welt eruiert und die Verblüffung des Betrachters beim Anblick der "perfekten Repliken" als Ursache für den Zauber der Jaag’schen Puppengesellschaft ausgemacht hatte, plauderte Mitarbeiterin Ina Sahl aus dem Nähkästchen der Kuratoren, darunter Elke Fischer und der neue Ehrenwueschtvatter Roland Weißer.

Man habe dann doch die Empörung der Bevölkerung gescheut, nachdem man angesichts der umfänglichen Vorbereitungen zu der am 12. Januar zu eröffnenden fastnachtlichen Sonderausstellung "Familiengeheimnisse" zunächst auf die Puppenausstellung verzichten wollte.

Diesmal wieder hinter Glas und in der Fastnachtsabteilung des Museums verteilt, widmen sich die von Jaag zusammengestellten Szenerien hauptsächlich den "Wueschten". Das Besondere: der Besucher erhält einen Einblick, der ihm im realen Leben verwehrt bleibt, nämlich in den Wueschtschopf der Familie Ummenhofer hinter dem Parkhaus am Theater am Ring, in dem sich die wüsten Kerle die Hosen mit Stroh ausstopfen.

Den ganzen heißen Sommer lang habe man sich mit der Ausstellungskonzeption befasst, berichtete Ina Sahl. Dabei habe Ingeborg Jaag etliche Puppen nicht nur "umgebaut", sondern entgegen früherer Ankündigungen wieder eine neue geschaffen. Oberbürgermeister Jürgen Roth stand bei der Schlüsselübergabe in Klein zwar schon im letzten Jahr auf dem Rathausbalkon, allerdings nicht zur Zufriedenheit der Puppenmacherin. Kurzerhand erschuf sie Roth neu und setzte ihn an das Ende einer bunt gemischten Polonaise. Wer genau hinschaut, entdeckt ihre Puppen an weiteren Stellen und in ungewohnten Posen.

Die Ausstellung der Jaag’schen Fastnachtspuppen ist bei freiem Eintritt dienstags bis samstags von 13 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Aus Schwarzwälder Bote

Danke Roland Weißer, viel Glück Matze Frey: Abschied und Neuanfang bei der Wueschtgruppe

Stehende Ovationen für den bisherigen Wueschtvatter Roland Weißer, launige Worte und Geschenke: Einen ebenso herzlichen wie humorvollen Abschied hat die Historische Narrozunft Villingen einem Ratsherren bereitet, der 20 Jahre lang das Fasnetgeschehen an der Spitze der ­Wueschte mit geprägt hat. Auch Hans Stefan, der ihm diese ganze Zeit über zur Seite stand, zieht sich in die zweite Reihe zurück.

Wie sehr auch die Mitglieder die beiden schätzen, war bei der Hauptversammlung in der Neuen Tonhalle zu spüren. Ganz schnell wollte Zunftmeister Anselm Säger seinen Kollegen eigentlich offiziell als aktiven Rat verabschieden und zum Ehrenwueschtvatter ernennen, wusste er doch, dass am Ende noch so manche Überraschung auf Weißer wartete.

Doch der nutzte zum Spaß der Mitglieder schnell die Chance, seiner Wueschtgruppe für all die tollen Jahre zu danken und versprach, auch weiter mit ihr bei der Fasnet kräftig mitzumischen, allerdings nicht mehr an vorderster Front. "Es ist immer meine Herzenssache gewesen und wird es weiterhin bleiben", beschrieb Weißer die Verbundenheit mit all seinen Wueschten. Es gebe viele tolle junge Leute, die nun die Verantwortung übernehmen könnten. "Ich freue mich, dass ich nun die Grauköpfe dahinten verstärken darf", stellte er mit einem Lachen fest und verzog sich in die Reihe der Ehrenratsherren.

Doch kaum hatten Anselm Säger und der zweite Zunftmeister Alexander Brüderle seinen Nachfolger Matthias Frey mit den Insignien eines Ratsherren ausgestattet, überraschten ihn die Butzesel mit einer besonderen Krätze: Sie hatten eine Holztüre mit allerlei Kleinigkeiten geschmückt, nicht nur mit Schnaps und Wurst, sondern auch mit einem ­"Riesascht", so dass er den Dreck, der vorne beim Wuescht herunterfalle, hinten gleich wieder wegwischen könne. Und Frey versprach, jemanden zu finden, der das Brett an der Fasnet trägt.

Über Jahrzehnte hätten Stefan, der seit 30 Jahren als ­Wuescht unterwegs sei, und Weißer, der die Fasnet schon seit 58 Jahren als Wuescht erlebe, die Gruppe angeführt, der eine lauter, der andere etwas leiser, erklärte Säger bei der Abschiedszeremonie, zu der viele Wueschte auf die Bühne marschiert waren. Ihnen gebühre der Dank der Narrozunft, dass sie sich so lange für die Gruppe eingesetzt haben.

Neben Ehrenurkunden gab es für beide einen "Wetter­wuescht" für den Garten. Die Fasnet sei mit ihnen stets schön und immer wieder anders gewesen, dankte Frey. Weißer sei mit Leib und Seele Wueschtvatter gewesen und habe die Gruppe "mit starker Hand und Stimme geführt".

Zusammen erinnerten alle Wueschte in einem eigens geschriebenen Lied an die tolle gemeinsame Zeit, bei dem bald das Publikum mit sang und klatschte.

Aus Schwarzwälder Bote

Generalversammlung 2020: Große Vorfreude auf die Fasnetausstellung

Dass die Historische Narrozunft Villingen der Ausstellung "Familiengeheimnisse – De Narro un si ganz Bagasch" im Franziskanermuseum entgegenfiebert, zeigte sich bei der Hauptversammlung der Historischen Narrozunft Villingen in der Neuen Tonhalle immer wieder. Die Vorbereitungen hätten das Jahr geprägt, in dem mit einer tollen Fasnet als Eckpfeiler und zahlreichen weiteren Höhepunkten viel los gewesen sei, zog Zunftmeister Anselm Säger Bilanz.

Was die Zunft in den vergangen Monaten alles geleistet hat, ließ der erste Zunftschreiber Jens Schaumann mit viel Witz Revue passieren. Neben der Pflege des Brauchtums rund um die Fasnet kam einiges zusammen vom Frauenforum über mehr oder weniger erfolgreiche sportliche Betätigungen des Rats bis hin zum Sommerfest. Stolz zeigte er sich, dass es der Zunft 2019 gelang, um 200 auf jetzt 4775 Mitglieder anzuwachsen.

Viele von ihnen hätten Veranstaltungen wie den Narro- und Mäschgerle­obed oder den Strählkurs besucht, freute sich Peter Metzger, zweiter Zunftschreiber und Sprecher des Brauch­tums­auschusses. Doch neben all den positiven Entwicklungen kritisierte er das zunehmende Schindluder, das ­Verkäufer von Schemen und Häsern gerade auch im Internet treiben. Ob überteuerte Preise oder Hosen und Kittel, die schon beim ersten Tragen aus dem Leim gehen, die Zahl der Auswüchse nehme zu. So riet Metzger allen, die sich ein Häs kaufen wollen, sich von der Zunft beraten zu lassen, um sich vor Fehlinvestitionen zu schützen. Viel Zeit habe die Vorbereitung der Ausstellung zusammen mit dem Team des Villinger Franziskanermuseums eingenommen, stellte Metzger fest und machte neugierig auf eine neue Darstellung der Wurzeln der Fasnet.

Um dieses Brauchtum zu pflegen, habe die Zunft wieder in den Kauf von Schemen für die Kleiderkammer investiert, erklärte der erste Zunftsäckelmeister Karl-Heinz Huy, der die Kasse mit einem Plus abschloss. Neben dem Fest im Spitalgarten sei die Bewirtung in der Zehntscheuer eine wichtige Einnahmequelle, erklärte er. Dankbar sei die Zunft aber auch für die vielen Spender, die mit dazu beitragen würden, das Darlehen für die Sanierung der Zehntscheuer weiter abbezahlen zu können.

So zeigte sich denn auch Kassenprüfer Jürgen Nolle zufrieden mit den Zahlen des Säckelmeisters

Zum Amüsement der Besucher schlüpfte Henry Greif beim Antrag zur Entlastung der "ganze Bagage" im Zeichen der Ausstellung in die Rolle des "Dr. Jean Saucisse-Boucher" und sorgte mit seinen Wortspielen rund um Bagage für Lacher.

Überhaupt gab es witzige Seitenhiebe und manch einen Schlagabtausch, so auch zwischen Anselm Säger und Oberbürgermeister Jürgen Roth, der mit Blick auf die sportlichen Aktivitäten des Zunftmeisters meinte, dass aus dem obersten "Rollemaa" wohl bald ein "Ironmaa" wird. Die Verzögerung der Fassadensanierung der Zehntscheuer quittierte er mit der Bemerkung, "wenn die Stadt so arbeiten würde". Und frohlockte, dass er Säger etwas voraus hat, das dieser nicht mehr erreichen kann: Ein Teil der Jaag’schen Fasnetausstellung zu sein, da Ingeborg Jaag keine Figuren mehr anfertigt. "Wer in der Puppenausstellung steht, ist ausgestopft", entgegnete Säger.

Zum Stopfen der Wueschte stelle Adolf Ummenhofer seine Scheune seit Jahrzehnten zur Verfügung, packe bei Umbau- und Transportarbeiten an, lobte Säger seinen Kollegen, dem eine seltene Ehrung zuteil wurde: Er gehört seit 60 Jahren dem Rat an und ist seit 1992 Ehrenratsherr. Da gab es stehende Ovationen und einen Geschenkkorb.

Beifall bekam auch Peter Metzger, der ankündigte, sich aus beruflichen Gründen vom Amt als Brauchtumssprecher zurückziehen zu müssen. Er bleibe dem Gremium erhalten, seine Aufgabe übernehme Michael Bohrer.

Die zeitintensive Arbeit der vergangenen Monate können die Besucher der Ausstellung "De Narro un si ganz Bagasch" ab 12. Januar erleben: "ein Muss für jeden Fastnachter", wie Säger allen ans Herz legte.

Einstimmig wählten die Mitglieder den zweiten Zunftmeister Alexander Brüderle, den ersten Zunftsäckelmeister Karl-Heinz Huy, den ersten Zunftschreiber Jens Schaumann, den ersten Narrenredakteur Clemens Wursthorn, den ersten Kammerverwalter Markus Becker, den ersten Schirrmeister Michael Reiser, den ersten Zunftballregisseur Oliver Kienzler, Zunftarchivar Michael Bohrer, den ersten Zunftwirt Marc Schaumann und Butzeselvater Marcel Nolle.

Ebenso einstimmig bestätigten sie die Ratsherren Oliver Greitmann, Torsten Haas, Peter Hupfer, Christoph Langenbacher, Rafael Lewanderski, Patrik Metzger, Christian Strobel, Uwe Waldvogel, Tobias Weißer und Matthias Wöhrle.

Neu im Rat als ­Wueschtvatter ist Matthias Frey. Zudem ergänzt Christian Hauser als Aspirant das Team der Ratherren. Neuer Kassen prüfer ist Alexander Gackowski.

Ehrungen Ratsherren: Anselm Konegen und Christoph Langenbacher, zehn Jahre; Roland Weißer, 20 Jahre; Franz King, 40 Jahre; Adolf Ummenhofer, 60 Jahre.

Besonders Engagement: Elmar Faiß, Eric Fürderer, Bernd Krem, Margarete Säger, Karin Huy, Tom Seebold, Angelika Dold und Michael Storz.

Verdienstorden: Lisa Langenbacher, Nicole Munz, Jörg Wagner, Quirin Säger und Lukar Link.

Narro-Rolle: Rolf Bohrer

Aus Schwarzwälder Bote

Generalversammlung: 1584 aus der Satzung gestrichen

Mit Satzungsänderungen und einer Beitragserhöhung hat die Historische Narrozunft Villingen bei der Hauptversammlung in der Neuen Tonhalle die Weichen für die Zukunft gestellt. Ohne Diskussionen gingen die erforderlichen Satzungsänderungen über die Bühne.

Nachforschungen des ehemaligen Zunftarchivars Hansjörg Fehrenbach über die Jahreszahl 1584 im Vereinsnamen hätten ergeben, dass sich die diesem Zusatz bisher zugeschriebene Bedeutung nicht belegen und historisch nicht fundiert begründen lässt. So ist die Jahreszahl in der Satzung nun gestrichen.

Um die steigenden Ausgaben etwa für den Zunftball aufzufangen und notwendige Investitionen in die Wagenhalle oder die Zehntscheuer zu ermöglichen, sei eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags von bisher zwölf auf 15 Euro erforderlich, erklärte Zunftmeister Anselm Säger. Das schaffe einen Spielraum, beispielsweise, um die Häskammer weiter auszustatten.

Drei zusätzliche Mitglieder kann die Zunft künftig in das Vorstandsteam wählen, das jetzt bis zu 33 Ratsherren zählen darf. Gerade für die zunehmenden Aufgaben des Rates sei eine breitere personelle Aufstellung erforderlich, begründet die Zunft die Aufstockung ihrer Führungsspitze.

Gleichzeitig fällt der Sitz der Historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe im Rat der Zunft weg. Diese sei seit 1990 ein eigenständiger Verein und keine Abteilung der Narrozunft mehr. An der Verbindung der beiden Vereine soll sich jedoch nichts ändern, vielmehr wollen sie ihre gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit erhalten und stärken.

Nahezu einstimmig schlossen sich die Mitglieder diesen Vorschlägen des Rats an.

Aus Schwarzwälder Bote

1584 wird aus dem Vereinsnamen gestrichen

Wenn sich die Mitglieder der Historischen Narrozunft zur nächsten Hauptversammlung am 5. Januar treffen, dann gibt es tatsächlich Historisches zu berichten. Der Verein will das seit knapp hundert Jahren verwendete Gründungsdatum 1584 aus seinem Namen streichen. Statt „Historische Narrozunft 1584 Villingen e.V.“ heißt der Verein künftig nur noch „Historische Narrozunft Villingen e.V.“ Über die entsprechende Satzungsänderung werden die Mitglieder abstimmen.

➤ „Fake News“: Mit dieser Änderung will Villingens größter und bislang vermeintlich ältester Verein endgültig mit einem längst entzauberten Mythos aufräumen: Nämlich der Behauptung, dass es bereits 1584 den Narro als Fastnachtsfigur oder gar eine Narrozunft gegeben hätte. Fastnachtskennern ist schon lange bewusst, dass diese Behauptung historisch nicht belegbar ist und es sich bei der Ableitung dieserJahreszahl vermutlich um eine schlichte Erfindung oder, neudeutsch, um „Fake News“ handelt. Bereits in der Amtszeit von Zunftmeister Christian Huoncker (1975-1989) wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, einen Beleg für dieses Datum zu finden. Allerdings vergeblich.

➤ Neue Nachforschungen: Den letzten und entscheidenden Anstoß, das Thema endlich auf den Boden der Tatsachen zu holen, war wohl der Aufsatz des ehemaligen Zunftarchivars Hansjörg Fehrenbach im Dezember 2012 im Zunftblättle des Vereins. Seine umfangreichen Nachforschungen im Zunftarchiv hatten ergeben, dass das Gründungsjahr 1584 erstmals im Jahre 1925 im Briefkopf des Vereins aufgetaucht ist. Offenbar eingeführt vom damaligen Vereinshistoriker und späteren Vorsitzenden Albert Fischer (1874-1952).

➤ Mittel zum Zweck: Diese spektakuläre Datierung Fischers fiel allerdings in eine Zeit, in der sich die Narren nach Jahren der Fastnachtsverbote im Ersten Weltkrieg und auch in der Nachkriegszeit gegen die ständige Bevormundung durch Staat und Obrigkeit zur Wehr setzten und sich in Vereinen und Verbänden organisierten. Da konnte es gewiss nicht schaden, einen Verein möglichst altehrwürdig und traditionsreich darzustellen, um ihn unangreifbar zu machen. Derlei Berufungen auf zweifelhafte Gründungsdaten war übrigens keine Villinger Spezialität, sondern bei vielen Zünften üblich.

➤ Autorität Fischers: Hansjörg Fehrenbach äußert in seinem Aufsatz, den er schon 2005 verfasst hatte, aber noch einige Jahre in der Schublade ruhen ließ, die Vermutung, dass die Einführung des Gründungsjahres 1584 ein „Alleingang“ Fischers war. Dieser fungierte dmals als Zunftredakteur und Historiker des Vereins und stieg später zum Zunftmeister auf. „Keiner hätte an einer von Fischer angegebenen Jahreszahl gezweifelt, da er das einzige Mitglied des Verwaltungsrates der Narrozunft war, das sich mit der Historie der Villinger Fastnacht befasste und auch entsprechende Publikationen vorweisen konnte“, schrieb Fehrenbach 2012.

➤ Zweifel wuchsen: Zwar hat die Zunft das Datum gerne angenommen, war doch der Verein, der seine ordentliche Vereinsgründung im Jahre 1882 durchführte, damit auf einen Schlag der weitaus älteste und vornehmste in der ganzen Region. Auf Basis dieses Datums feierte die Zunft 1984 sogar das 400-jährige Vereinsbestehen in großem Stil. Doch die Zweifel blieben und wuchsen. Der 2012 veröffentlichte Aufsatz Hansjörg Fehrenbach bewog schließlich den Zunftrat nach mancherlei Diskussionen, die ominöse Zahl aus dem Namen des Vereins zu entfernen.

➤ Zunft macht sich ehrlich: „Diese Zahl ist nicht haltbar“, bekräftigt jetzt Alexander Brüderle, der zweite Vorsitzende der Narrozunft und Mitglied in dessen Brauchtumsausschuss, gegenüber dem SÜDKURIER. Dies sei mittlerweile „die einhellige Meinung von Zunftrat und Ehrenrat. Daher sei es an der Zeit, dass der Verein „mit sich selbst ehrlich ins Gericht geht“. Auf ein neues Datum habe der Zunftrat bewusst verzichtet. Bekannt sei natürlich, dass die Vermummungen und närrischen Umtriebe in Villingen schon weit ins Mittelalter zurückreichen. Doch der Ursprung des Narros kann nur grob geschätzt werden, „da keiner genau weiß, wie die Figur tatsächlich ist.“ „Deshalb lassen wir eine Jahreszahl ganz weg“, sagt Brüderle und fügt schalkhaft hinzu. „Wir wissen ja, dass wir sehr alt sind.“

➤ Nur Zuspruch: Brüderle geht davon aus, dass die Namensänderung bei der Hauptversammlung unstrittig sein dürfte. Bereits seit dem 1. Dezember liegt die neue Satzung im Vereinsheim in der Zehntscheuer aus und ist auf der Internetseite der Zunft nachzulesen. Bei den bisherigen Rückmeldungen der Mitglieder habe es bisher nur Zuspruch und keine Einwände gegeben, berichtete der Zweite Vorsitzende.

➤ Fast 5000 Mitglieder:In der geplanten Satzungsänderung geht es allerdings nicht nur um die Namensänderung. Beschließen sollen die Mitglieder auch eine Erhöhung der maximalen Zahl der Zunfträte von derzeit 30 auf 33 Aktive. Alexander Brüderle weist darauf hin, dass der Verein unaufhörlich wächst. Vor wenigen Jahren wurde die Zahl von 4000 Mitgliedern geknackt, mittlerweile sind es schon rund 4800. Die Mitgliederverwaltung sei eine riesige Aufgabe. „Wir brauchen mehr Manpower“, betont Brüderle.

Außerdem soll die Vereinssatzung an die neuen Datenschutzgesetze angepasst und das Verhältnis zur Bürgerwehr- und Trachtengruppe neu geregelt werden.

Fehrenbachs Hypothese: Wie kam es überhaupt zu der Zahl 1584 als Gründungsdatum der Historischen Narrozunft? Der ehemalige Zunftarchivar Hansjörg Fehrenbach formulierte in seinem 2005 verfassten und 2012 veröffentlichten Artikel folgende Hypothese: Albert Fischer (1874-1952), ehemaliger Zunftredakteur und späterer Zunftmeister, wohnte in der Niederen Straße 9 im dritten Stock. Schräg gegenüber war das Haus des Kaufmanns August Leu in der Niederen Straße 14. An diesem Haus ist an einer Dachgaube das Baujahr des Gebäudes mit der Zahl 1584 verewigt. Fehrenbach zog aus diesen Umständen die Schlussfolgerung, er halte es für möglich, dass Fischer genau diese Jahreszahl, die er täglich vor Augen hatte, herausgegriffen habe, um der Villinger Fasnet einen altehrwürdigen Ruf zu verleihen. „Derlei war damals bei vielen Zünften üblich“, weiß Fehrenbach. Jedenfalls: Ab 1925 stand im Briefkopf des Vereins „Historische Narrozunft 1584 e.V.“

Aus Südkurier

Kinderrollen ergänzen die Fasnetkiste

Ina Herfurth (links) von der KiKripp sowie Sarah Schnekenburger, Karin Zirnstein, Dalila Glessner und Wolfgang Kneer (von rechts) nehmen die Fastnachtskisten Nummer 44 und 45 von Zunftmeister Anselm Säger (Zweiter von links) und Peter Metzger in Empfang.

Kling, Glöckchen, klingelingeling; Der alljährliche und inzwischen vierte Revisionsabend zu den Fasnetkisten der Historischen Narrozunft Villingen wurde doch noch zu einer adventlichen Veranstaltung – dank der Bickebergschule, die als neuen Kisteninhalt Kinderrollen herstellten.

Die in der Zehntscheuer zusammengekommenen Vertreter von Schulen und Kindergärten, die alle von der Zunft als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellten Fastnachtskisten in Obhut haben, stimmten das Lied spontan angesichts der hell klingenden Röllele; am weißen Riemen an.

Als sensationelle Idee hatte Brauchtumssprecher Peter Metzger die Aktion der Bickebergschule zuvor geadelt. Unter Federführung der Lehrer Ute Schaumann, Christian Joos und Justine Leiz waren an der Gemeinschaftsschule 45 Rollensets entstanden, die beim Revisionsabend auf alle Kisten verteilt wurden. Das Material steuerte die Zunft bei und wurde dabei von der Firma Romer Präzisionsteile mit 500 Euro unterstützt.

Damit sind die Kisten – bis auf wenige alle von Sponsoren finanziert – jetzt nahezu randvoll mit historischen Fastnachtsutensilien wie kleinen Schemen, Kinderkragen, Fuchsschwanz, Masch und vielem mehr. Trotzdem versprach Metzger auch für das nächste Jahr eine Erweiterung, dann aber wohl in digitaler Form.

Einhellig wünschten sich die Anwesenden zudem das Bilderbuch Bene, der Täfelebub als zusätzlichen Kisteninhalt, was Zunftmeister Anselm Säger registrierte.

Die Rückmeldungen der Einrichtungen zu den Fasnetkisten fielen rundweg positiv aus bis hin zu einfach genial. Individuell wurde der Inhalt auch schon aufgestockt. Die Johanna-Schwer-Kindertagesstätte etwa hat laut Leiterin Diana Fiesel eine Blümleshose und ein Stachihemd dazu gepackt. Obwohl auf Kinder abgestimmt, ist eine der Zunftkisten auch im Heilig-Geist-Spital im Einsatz.

Ganz neu über Kisten freuen durften sich Ina Herfurth von der KiKripp, sowie Wolfgang Kneer und seine Kolleginnen aus der Friedensschule – nach der Neckarschule die zweite Einrichtung in Schwenningen, die sich auch mit der Villinger Fasnet befasst.

Neben Kisten spielen bei der Verbreitung des Brauchtums für die Zunft auch zwei Koffer eine wichtige Rolle. Darin enthalten sind im einen das komplette Outfit eines Kinder-Butzesels und Dank Spender Manuel Rausevic von der Christy-Brown-Schule jetzt auch ein kleines Alt-Villingerinnen-Häs. Die Koffer werden auf Anfrage temporär verliehen.

Aufgrund der großen Nachfrage entstehe derzeit ein zweiter Butzeselkoffer, der im Laufe des nächsten Jahres fertiggepackt werden könne, der Eselskopf entsteht gerade, so Säger.

Aus Schwarzwälder Bote

Satzungsänderung bei der Jahreshauptversammlung

Den Entwurf der geänderten Satzung, die bei der Jahreshauptversammlung am 5. Januar 2020 beschlossen werden soll, kann hier eingesehen werden.

Anmelden Kinderbutzesel nur unter 015156564420

Wichtige Nachricht für alle, die ihre Kinder zum Kindernbutzesellaufen anmelden wollen: Möglich ist dies bei Butzeselvater Marcel Nolle ausschließlich unter der Telefonnummer 015156564420!!! Die Telefonnummer, die im Zunftblättle bzw. dessen Terminflyer veröffentlicht ist, kann nicht benutzt werden, da sie nach einem Umzug von Marcel Nolle nicht mehr gültig ist!!!

43. Maschgerelauf: Wunderbares Spiegelbild der historischen Fasnet

Als Zunftmeister Anselm Säger am Fasnetmendig, um kurz nach 14 Uhr,"Maschgere lauf!" ins Mikrofon ruft, hatte auch der Himmel ein Einsehen mit den Narren. Denn pünktlich zum 43. Maschgerelauf kam nicht nur der traditionelle Fasnetgoascht ins Städtle, sondern auch die Sonne. Keine Spur mehr von Regen und Sturm.

Und so hallten tausendfach die metallischen Klänge der Narrorollen zum Narromarsch ungestört durch die Straßen der Innenstadt. Gänsehaut-Atmosphäre für alle Villinger.

Der ein oder andere Narrokragen hatte schon ein wenig gelitten unter dem morgendlichen Schauer. Das tat dem Maschgerelauf aber keinen Abbruch und gut eine dreiviertel Stunde lang zeigten Narro, Morbili, AltVillingerin, Stachi, Butzesel und Wuescht ein Schaulaufen der historischen Fasnet par exellence.

Aus Südkurier

Tolle Bilder vom Maschgerelauf von Victoria Lang unter

https://www.facebook.com/VLMomentsForever/photos/a.2285766001677314/2285767678343813/?type=3&theater

Bilder: Victoria Lang

Mendigumzug: Maschgere und Mäschgerle trotzen dem ungemütlichen Wetter

Mussten die Maschgere und Mäschgerle im vergangenen Jahr ihre Schneetauglichkeit unter Beweis stellen, so prasselte dieses Jahr der Regen vom Himmel und die Sturmböen fegten durch die Stadt. Aber gerade, wenn die Rahmenbedingungen nicht so optimal sind, ist das Motto: Jetzt erst recht. Und genau so feierten die Besucher mit den Hästrägern am Mendig in den Straßen. Die Besucher schunkelten, jubelten den Umzugsteilnehmern zu und stimmten die Fasnetsrufe an.

Die Maschgere und Mäschgerle im Zug ließen sich nicht unterkriegen, verbreiteten gute Laune und versuchten einfach, den Regen zu ignorieren. Tapfer marschierten Alt-Villingerinnen mit ihren Chaisen, Morbili, Stachi, Narro, Butzesel und Wuescht durch die Straßen, strählten und riefen „Narri-Narro“. Die Kutschen rollten, die Kavalleristen ritten wie eh und je hoch zu Roß, die Bürgerwehr- und Trachtengruppe marschierte in voller Stärke und die Musikkapellen gaben musikalisch den Ton an.

Das Wasser lief die Schemen hinunter, weichte die Krägen auf, da half auch der Regenschirm nicht mehr viel. Egal, am Ende war es wieder ein wunderschöner Umzug und hinterher freuten sich die Stüblebetreiber, denn selten waren quer durchs Städtle die Sitzplätze im Trockenen und Warmen so schnell vergeben.

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Schlüsselübergabe und der OB ist fasnettauglich

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Nach einer Unbedenklichkeitsunterschrift aller hatte die Anonymität zum Glück schnell ein Ende und Zunftmeister Anselm Säger (Z1) sowie sein Vize Alexander Brüderle (Z2) konnten sich daran machen, den Amtsverweser (AV) Jürgen Roth und seinen Bürgermeister (B1) Detlev Bührer um den Stadtschlüssel zu erleichtern.

Doch davor hatten sie es sich zur Aufgabe gemacht, den von "Doaninge" Reingeschmeckten, aber immerhin in Villingen geborenen Roth fastnachtstauglich zu machen. Er erhielt ein Starter-Kit, bestehend aus Buch und CD, im Gegenzug schenkte Roth dem Zunftmeistergespann "Schwenninger Knöpfle in der Brüh’".

Dann wurde der neue OB noch einer elektrischen Gehirnwäsche unterzogen, auf dass der "Fasnetsgoascht" in ihn hineinfahre. Es funktionierte: "Auf die Schwenninger isch Verlass, des woaß ein jeder Ma, denn bei de Wahle macht er stets bei Rot sein Kreuzle na. Doch dieses Mol war’s andersrum: der Roth, der isch en Schwarze. Dass d’Verwaltung jetz ge Villinge kunnt, ka mancher kaum erwarte", reimte Roth prompt.

Er und Bührer lieferten sich mit Säger und Brüderle einen witzigen Schlagabtausch, bei dem die beiden Rathauschefs viel Humor bewiesen. Als die Forderungen nach dem Schlüssel auch vom Publikum immer drängender wurden, gab Roth kleinlaut zu, dass er ihn nicht herausgeben könne, weil sein Vorgänger ihn "geschreddert" habe.

Lediglich ein paar Hackschnitzel seien noch da. Die übergab der geschockte Säger seinem Schirrmeister Michael Reiser, auf dass er den Schaden repariere. Der Auftrag wurde prompt erledigt und der Schlüssel konnte den Narren für zwei Tage überlassen werden, was diese mit Singen und Schunkeln honorierten.

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Großer Verdienstorden für Hansjörg Fehrenbach

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Er ist, was Bausachen und die Historie angeht, der Tausendsassa der Narrozunft. Deswegen wurde Hansjörg Fehrenbach als erstem Zünftler beim Zunftball der große Verdienstorden der Villinger Fastnacht verliehen.

Drei Jahrzehnte war er Archivar, dann setzte er sich für die Sanierung und den Ausbau der Zehntscheuer ein, dem Vereinshaus der Narrozunft. Auch der nun geplante Anstrich der Außenfassade wird unter seiner Ägide vorgenommen.

Daher freute sich Zunftmeister Anselm Säger, Fehrenbach mit dem Verdienstorden auszuzeichnen. Fehrenbach sei ja eigentlich ein "eingefleischter Milizler", sagte Säger, deswegen gefalle ihm der alles überragende Orden ja sicher besonders.

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Fasnetkiste: Wueschtbesen ergänzt Angebot

Volles Haus in der Zehntscheuer: Vertreterinnen und Vertreter jener Einrichtungen, die im Besitz einer Fasnetkiste sind, trafen sich mit der Spitze der Historischen Narrozunft zum Gedankenaustausch. Zugleich wurde der Kisteninhalt durch einen kleinen Wueschtbesen ergänzt. Bilder: Historische Narrozunft
1. Zunftmeister, Anselm Säger (2.v.r.), Brauchtumssprecher, Peter Metzger (l.), und Zunftarchivar, Michael Bohrer (r.) übergaben an Inge Marull und Rodger Preissler (Mitte) vom Heilig Geist Spital die 46. Fasnetkiste.

Zu einem regen Meinungsaustausch, bei dem auch mögliche Verbesserungsvorschläge zur Sprache kamen, trafen sich die Spitze der Historischen Narrozunft Villingen und Mitglieder des Brauchtumsausschusses in der Zehntscheuer mit Vertretern der Grundschulen, Kindergärten und Altenheimen, die im Besitz einer Fasnetkiste sind.

Die von der Narrozunft zur Verfügung gestellten Kisten enthalten diverses Lehr- und Lernmaterial, zudem eine ganze Reihe spannender Fasnetutensilien, mit denen auf theoretische und vor allem auf spielerisch praktische Art und Weise Kindern und betagteren Mitbürgern die historische Fasnet vermittelt und nähergebracht werden soll.

Beim jüngsten Treffen in der Zehntscheuer gab es für die Teilnehmer zur Ergänzung der Fasnetkisten kleine Wueschtbesen, der von der Wueschtgruppe in Handarbeit gefertigt wurden.

Den Lehrerinnen und Lehrern und Erzieherinnen und Erzieher wurde zudem die Möglichkeit angeboten, ein kleines Butzeselhäs auszuleihen. Das kann dann zur anschaulichen Vorstellung der Butzeselfigur genutzt werden.

Mit großer Freude nahmen an dem Abend Inge Marull und Rodger Preissler vom Villinger Heilig Geist Spital die 46. Fasnetkiste aus den Händen von Zunftmeister Anselm Säger, Brauchtumssprecher Peter Metzer und Zunftarchivar Michael Bohrer entgegen. Damit erfüllte die Zunft einen gemeinsamen Wunsch von Heimmitarbeitern und Bewohnern.

Schnelle Hilfe für den Narro in Not

Bild: Schwarzwälder Bote

Ein Narro zieht nicht einfach nur ein Häs an. Er schafft ­Volumen. Das kann im Notfall zum Hindernis werden. Es sei denn, die Rettungskräfte haben eine Spezialschulung erhalten, so wie in der Zehntscheuer geschehen.

25 Notfall- und Rettungssanitäter, Haupt- und Ehrenamtliche von den DRK-Ortsvereinen Villingen, Schwenningen und Bad Dürrheim, vom DRK-Rettungsdienst und von den Villinger Maltesern folgten der Einladung der Historischen Narrozunft zu einer ganz besonderen Erste-Hilfe-Schulung. Schließlich geht es bei einem stattlich ausstaffierten Narro im Ernstfall immer auch um ein 1300-Euro teures Häs und die Riemen mit den Bronzerollen, die ähnlich viel wert sind und was beides – wenn möglich – einen Rettungseinsatz unbeschadet überstehen sollen.

"Das Leben steht natürlich immer über dem Häs", eröffnete Zunftmeister Anselm ­Säger den lehrreichen Abend. Doch wer den "Aufbau" eines Narros kenne und wisse, wo man wie zupacke, der könne auch "hässchonend" schnelle Hilfe leisten.

Hästräger Alexander ­Gackowski stand parat, um sich zu den Erklärungen von Ratsherr Michael Bohrer zunächst an- und nach schnellstmöglich wieder entkleiden zu lassen. Das "Drunter" sei zumeist Marke Eigenbau und könne im Notfall zerschnitten werden, um schnell die Brust eines bewusstlosen Maschgere freizulegen, leitete Bohrer sein interessiertes Publikum durch die Narroschichten. Der Kittel ist mit Haken verschlossen, die aber schnell geöffnet werden können. Auch die darüberliegenden Rollenriemen lassen sich beim Villinger Narro flugs abschnallen. Bei den Hästrägern der Zünfte in Schwenningen, ­Hüfingen und Donau­eschingen müssten sie dagegen umständlicher über den Kopf gezogen werden, merkte Bohrer an. Um einem Narro, dem schwarz vor Augen geworden ist, Luft zukommen zu lassen, ist die am Hinterkopf gebundene Scheme leicht zu lösen. Ebenso die Masche und der Kragen – auch hier lassen sich die Bänder rasch aufziehen, zur Not auch zerschneiden.

Der Retter solle, so die Bitte, die Scheme in die Kappe einschlagen und einer Vertrauensperson in die Hand drücken. "Während des Umzuges am besten einem der Ratsherren", schlug Säger vor. Der bringe sie in der Zehntscheuer in Sicherheit. Es sei nämlich leider schon vorgekommen, dass ein "Retter" das wertvolle Kleinod einfach mitgehen ließ.

Die Rettungskräfte ließen es sich hernach nicht nehmen, ihre Schnelligkeit beim Entkleiden eines Narros unter Beweis zu stellen – die meisten benötigten dafür weniger als eine Minute. Mehrere Lagen Kleidung Der Narro zieht sich – je nach Statur – mehrere Lagen Kleidung über. Nicht gegen die Winterkälte, sondern wegen der barocken Figur, die ihn würdig erscheinen lassen soll. Das kann bei einigen Plusgraden sowie dem einen oder anderen Schorle schon einmal zum Kreislaufproblem werden, wissen die erfahrenen Hästräger, die es auch unter den Rettungskräften gibt.

So wie Klaus Kröper vom DRK-Ortsverein Villingen. Er appelliert zudem an die Vernunft. Nur fit ins Häs gehen Wer einen grippalen Infekt kommen spüre oder eine Erkrankung noch nicht ganz auskuriert habe, der solle Vernunft walten und das Häs – auch wenn es schwer fällt – in Truhe und Schrank lassen. Eine allgemeine körperliche Fitness sei ebenfalls jenen geraten, die den Ehrgeiz entwickeln, sich zwei Tage lang mit rund 20 Kilogramm schweren Rollenriemen in den Straßen aufzuhalten. Und schließlich könne auch ein unsachgemäßes Ankleiden fatale Folgen haben, etwa, "wenn die Riemen gegen den Hals drücken", weiß Michael Bohrer. Notfälle der beschriebenen Art gebe es immer wieder, berichtete Michael Bohrer, dramatische wie Herzinfarkt und Schlaganfall gehörten glücklicherweise bisher nicht dazu.

Aus Schwarzwälder Bote

Alle Fassadenfiguren haben Paten

Im Laufe des Jahres werden wir die Fassade unserer Zehntscheuer im Riet erneuern. Zugleich werden nach Absprache mit dem Denkmalamt stilisierte historische Narrenfiguren aufgemalt, die sich am Ende zu einem Fasnetumzug zusammenreihen. Um die Maßnahme zu finanzieren, warb und wirbt die Zunft um Paten für die einzelnen Figuren. Kurz nachdem 1. Zunftmeister, Anselm Säger, am Samstagabend bei der Generalversammlung in der Tonhalle die Pläne vorgestellt hatte, waren auch schon alle Patenschaften vergeben. Vor dem Tisch von Zunftsäckelmeister Karl-Heinz Huy in der Tonhalle hatte sich eine lange Schlange von Interessenten und künftigen Paten gebildet. Innerhalb kürzester Zeit gab eine keine freien Figuren mehr. Erworben werden können aber weiterhin zum Preis von 25 Euro Pflastersteine. Damit können sich alle, die bei den Figuren leer ausgegangen sind oder die sich mit einer kleineren Summe beteiligen möchten, noch in das Fassadenprojekt einbringen. Alle Unterstützer werden von der Zunft auf einer Tafel, die in der Zehntscheuer angebracht wird, verewigt. Allen, die eine Patenschaft übernommen haben, an dieser Stelle schon einmal ein ganz herzliches Dankeschön.

Heinz Ummenhofer gestorben

Eine sehr traurige Nachricht: Unser verdienter und beliebter Ehrenratsherr Heinz Ummenhofer im Alter von 78 Jahren gestorben. Über 60 Jahre war Heinz Mitglied in der Narrozunft, 38 Jahre gehörte dem Zunftrat an. Lange Jahre davon war er ein höchst fachkundiges Mitglied im Brauchtumsausschuss. Heinz war ein exzellenter Schemenkenner und Brauchtumsexperte erster Güte.

Jahrzehntelang war Heinz zusammen mit dem Ratskollegen Horst Jaud für das Beschaffen der Traktoren und Gespanne für die Fasnet-Umzüge zuständig. Dafür waren sie schon Monate vor der Fasnet in der gesamten Region und darüber hinaus unterwegs. Kurz vor Fasnet verteilten sie dann noch die Rossgeschirre an die Fuhrmannsleute.

2004 verließ Heinz Ummenhofer den aktiven Rat und wurde zum Ehrenratsherren ernannt. 2005 erhielt der Malermeister und langjährige Stadtrat die Verdienstmedaille des Landes.

Der DJK-Fußballnarr brachte die Ratsherren Anfang der 80er-Jahre sogar zum Kicken. Legendär die Histörchen und Witzle, mit denen Heinz zur großen Freude seiner Ratskollegen immer wieder für große Unterhaltung sorgte. Als Handwerker war er bei Bedarf regelmäßig ehrenamtlich für die Zunft aktiv.

Mit Heinz verlieren wir einen lieben Freund und tollen Menschen. Wir sind sehr traurig. Unsere Gedanken sind bei seiner Ehefrau Hannelore und seinem Sohn Heiko mit Familie.

Ehrenratsherr Bene Schaumann gestorben

Obwohl er seit längerer Zeit schon krank war, ist doch überraschend unser Ehrenratsherr Bernhard (Bene) Schaumann im Alter von 65 Jahren gestorben. Wir sind alle geschockt und sehr traurig. Bene hat die Fasnet geliebt und wie kaum ein Zweiter sie auch gelebt. So war er einer der Initiatoren der beliebten Strählkurse und unermüdlicher Motor bei den Maschgere- und Mäschgerleobede. Bene gehörte über 25 Jahre dem Zunftrat an, davon lange Jahre auch dem Brauchtumsausschuss, wo er durch sein vielfältiges Wissen einen wichtigen Beitrag für das Brauchtum leistete. Er war ein hervoragender Schemen-, Hauben- und Häskenner. In seinem Geschäft "Schilling Wäsche und mehr" bot er ein großes Repertoire an Fasnetsutensilien an. Viele Jahre war Bene Schaumann auch für Einkauf und Logistik beim Zunftfest verantwortlich. Unser tiefes Mitgefühl und unsere Gedanken gelten seiner Frau Claudia, seinen Kindern und seiner ganzen Familie.

Zehntscheuer, 26. April

Roland Weißer: Abschied nach 35 Jahren als Zunftballaktiver

 Beim Zunftball wurde am Samstag Roland Weißer, bekannt als stimmgewaltiger Wueschtvater, nach seinem 35. Zunftball in den wohlverdienten Ball-Ruhestand verabschiedet. Dieses Jahr als "VS-Künstler" mit Wuescht-Kunstwerk sowie in zahlreichen, stets dem Motto entsprechenden Rollen agierte er jedes Jahr ohne Unterbrechung auf der Bühne des Villinger Zunftballs.

Eigentlich wollte Weißer nach diesem Ball in aller Stille von der Bühne gehen. Eher zufällig erfuhren die Zunftmeister Anselm Säger und Alexander Brüderle an der Generalprobe von diesem beträchtlich langen Engagement in 35 Jahren sowie vom bevorstehenden Bühnenabschied. Und so entschieden sie spontan, dass hier noch eine besondere Ehrung erforderlich ist.

Die Bäckerei Hilsenbeck erklärte sich bereit, in nur zwei Tagen eine große ­Jubiläumstorte zu gestalten. Nach dem Finale am Samstagabend wurde die Torte, zusammen mit einer großen Glückwunschkarte des gesamten Zunftballteams einem sichtlich gerührten Roland Weißer auf der Bühne überreicht.

Mit minutenlangem Beifall honorierte das Zunftballteam sowie das gesamte Publikum diese außerordentliche Leistung.

Wueschtbrettle ergänzen Fasnetkiste weiter

2016 wurden sie eingeführt und im vergangenen Jahr schon zum ersten Mal erweitert: Die "Fasnet­kisten" unserer Narrozunft ­Villingen für Schulklassen wurden sowohl inhaltlich als auch zahlenmäßig aufgestockt.

Zahlreiche Lehr- und Erziehungskräfte der städtischen Schulen und Kindergärten aus beiden Stadtkernen waren der Einladung der Zunft in die Zehntscheuer gefolgt, um das erfolgreiche Bildungsprojekt entweder neu kennenzulernen oder, weil bereits bekannt, gleich eine der Kisten für den Unterricht der nächsten Wochen mitzunehmen. Die Holzkisten, gefüllt mit Bestandteilen des Narrohäses wie Masche, Rollen und Fuchsschwanz, mit Büchern, CDs, einem Memory und der von Jens Schaumann digitalisierten Geschichte von "Bene, dem Täfelebub", hat in den ersten beiden Jahren in den Grundschulklassen und Kindergartengruppen für Begeisterung gesorgt.

Die Grundausstattung wurde im vergangenen Jahr bereits um die von Peter Hupfer geschnitzten, handtellergroßen Schemen vom Narro und der Alt-Villingerin sowie einer von Maike Biker handgeknüpften Mini-Goaßel erweitert. In diesem Jahr kam ein weiteres Schmuckstück dazu: die ­Wueschtabteilung von ­Roland Weißer hatte 35 Kinder-Wueschtbrettle gebastelt, die gerade so noch in die Kiste passen.

Langsam werde es darin zwar eng, "aber da geht noch was und wir haben auch noch Ideen", sagten Zunftmeister Anselm Säger und der neue Brauchtumssprecher ­Peter Metzger. Vor allem im digitalen Bereich habe man noch einigen Spielraum. So wichtig wie das pädagogisch wertvolle Innenleben der Holzkisten, für die bisher 80 Quadratmeter Holzbretter in 100 Arbeitsstunden verbaut wurden und die mit Inhalt einen Wert von 500 Euro darstellen, sind laut Säger die Menschen, die dafür als Sponsor eintreten.

Mit Elke und Karl-Heinz ­Fischer, Sandro Camilli, der gleich zwei Kisten übernimmt, Rolf und Raphael ­Rabe sowie die Familie ­Wabnig hat die Zunft weitere Kistenspender gefunden. Deren Zahl ist damit auf jetzt 44 gestiegen, sehr zur Freude der Schulen, die das kostenlose Angebot der ­Ausleihe einer solchen "Fasnetkiste" jetzt wieder besonders gerne und reichhaltig nutzen.

Eine "Jahresinspektion" wie jetzt in geselliger Runde samt didaktischem Erfahrungsaustausch will die Historische Narrozunft Villingen als Eigentümer der Kisten künftig einmal jährlich vornehmen, um den Überblick über deren sinnvollen Einsatz zu behalten.

Aus Schwarzwälder Bote

Abschied als 2. Zunftmeister: Stehende Ovationen für Hans-Jörg Voggenreiter

Stehende Ovationen, die Landesehrennadel und viele Geschenke: Einen würdevollen Abschied samt Überraschungen hat die Historische Narrozunft Villingen ihrem langjährigen zweiten Zunftmeister und Brauchtumssprecher Hans-Jörg Voggenreiter bereitet.

Spannend hatte es Zunftmeister Anselm Säger bis zum Schluss der ersten Hauptversammlung in der Neuen Tonhalle unter seiner Regie gemacht: Mit dem Befehl, "ab nach hinten, das machen wir jetzt zackig", hatte er Voggenreiter kurz und bündig nach der Ernennung zum Ehrenratsherren nach 19 Jahren an vorderster Front zu den altgedienten Kollegen in die letzten Reihen befördert. Nicht ohne anzukündigen, dass da am Ende noch was geplant ist.

Und kaum war der Ehrungsmarathon bewältigt, versammelte sich das komplette Ratsteam auf der Bühne, um Voggenreiter und seiner Frau für den langjährigen Einsatz für die Narrozunft zu danken, gerade auch beim Kauf und der Sanierung der Zehntscheuer.

Mit vielen Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit gespickt, würdigte Ehrenzunftmeister Joachim Wöhrle die Leistungen seines Wegbegleiters, der 13 Jahre zweiter Zunftmeister war und "Seite an Seite" mit ihm an der Spitze gestanden sei, 19 Jahre im Rat und die vergangenen 14 Jahre Brauchtumssprecher war. Sein Vater Lothar Wöhrle habe den jungen Häsmaler einst entdeckt, der ihn mit seinem Fachwissen und dem Interesse an der Fasnetstradition beeindruckt. "Da haben sich zwei Brauchtumsjunkies gesucht und gefunden", stellte Wöhrle fest. So habe sich Voggenreiter unermüdlich für die Weitergabe des Brauchtums eingebracht, ob mit den Flyern für die Hästräger, der Fasnetkiste oder den Schemenschnitzer- und Häsmalerabenden, aber auch bei zwei Ausstellungen der Zunft federführend mitgewirkt. Zugleich habe er mit seiner ruhigen, besonnenen und ausgleichenden Art zum guten Miteinander im Rat beigetragen. "Danke für den Rückhalt, die Freundschaft und den Zusammenhalt", brachte Wöhrle seine Wertschätzung auf den Punkt.

Die er auch bei Rupert Kubon genießt, wie sich in der Laudatio des Oberbürgermeisters immer wieder zeigte. Er habe Voggenreiter kennen und wegen seiner herzlichen Art schätzen gelernt. Seine Stärke sei es, dass er fest im Brauchtum verankert ist und daraus die Stärke gewinnt, nicht nur im Verein zu wirken, sondern auch auf Menschen außerhalb der Zunft zuzugehen und ihnen die Traditionen zu vermitteln. Für all diese Verdienste und den langjährige Engagement gebühre ihm Respekt. Als Anerkennung hatte Kubon die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg für Hans-Jörg Voggenreiter im Gepäck.

Dass sie die Zusammenarbeit mit Voggenreiter und das gemeinsame Engagement für die Fasnet in der Doppelstadt zu schätzen wussten, betonten auch Meik Gildner, Zunftmeister der Hexenzunft, Dominik Schaaf, Generalfeldmarschall der Katzenmusik, Gildenmeister Frank Zimmermann von den Glonkis, und Lutz Melzer, zweiter Zunftmeister der Narrenzunft Schwenningen. Ob er nun als Geschenk die Fasnet im Häs der drei anderen Villinger Fasnetvereine erlebt, oder doch lieber Whiskey nimmt, das ließ Voggenreiter offen. Von den Schwenninger Kollegen gab es jedenfalls ein Bild mit Fasnetmotiven.

Und auch die Ratskollegen enthüllten ein Gemälde von Paul Revellio, gilt doch Voggenreiters zweite Leidenschaft der Malerei. Ein Bildband erinnert ihn zudem an die Zeit im Rat. Zudem schicken ihn die Kollegen mit seiner Frau auf Reisen, um sich mal Ruhe zu gönnen. Denn Heidrun Voggenreiter habe ihm all die Jahre den Rücken gestärkt und beispielsweise die Kostüme für den Zunftball genäht, unterstrich Wöhrle. Dank gebühre auch den Töchtern Verena und Larissa, die den Vater oft hätten ziehen lassen müssen, wenn die Zunft gerufen habe. "Die Zeit vergesse ich nie", versicherte ein sichtlich bewegter Voggenreiter. Es seien Jahre mit tollen Projekten gewesen, bei denen er sich stets auf alle Ratsherren verlassen konnte, ebenso auf die Mitglieder der Narrozunft und die anderen Fasnetsvereine.

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Anselm Säger und Alex Brüderle führen nun gemeinsam Zunftregie

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 Ein neues Duo führt bei der Historischen Narrozunft Villingen Regie: Alexander Brüderle steht Zunftmeister Anselm Säger als zweiter Zunftmeister zur Seite. Einstimmig haben ihn die Mitglieder bei der Hauptversammlung in der Neuen Tonhalle gewählt – und damit Säger seinen Wunschkandidaten zur Seite gestellt.

Nach der gemeinsamen Zeit als Ballregisseure sei das alte Team wieder zusammen, stellte Säger fest. Und auch Brüderle freute sich, nach seinem "Sabbat-Jahr" mit Säger "die schöne historische Villinger Fasnet gemeinsam zu machen".

Er habe jedenfalls seine Entscheidung nicht bereut, sich den Aufgaben eines Zunftmeisters anzunehmen, zog Säger Bilanz seines ersten Jahrs an der Spitze. "Mit der guten Truppe, die mich unterstützt, macht es viel Spaß, in so einem Verein etwas zu bewegen", stellte er auch mit Blick auf die Ratskollegen fest.

Ein Jahr, das vollgepackt war an Aktivitäten, die der erste Zunftschreiber Jens Schaumann in Anlehnung an das Märchen "Schneewittchen und die sieben Zwerge" mit viel Humor und passenden Fotos Revue passieren ließ. Die Stimmung beim Zähringer Narrentreffen habe sicherlich noch den letzten Skeptiker überzeugt, dass es die richtige Entscheidung der Zunft war, sich an dem Ereignis zu beteiligen und das Brauchtum zu zeigen. Und mit ihrem ersten Zunftball sei den neuen Regisseuren Oliver Kienzler und Timo Klötzl mit ihrem Team gleich auf Anhieb ein Meisterstück gelungen. Aber auch außerhalb der Fasnet zeigte sich die Zunft aktiv, ob beim Sommerfest, dem Boule-Turnier, dem Brunch oder den Kleinkunstabenden in der Zehntscheuer. Dass dies alles bei den Bürgern ankommt, spiegelt auch der Anstieg um 193 auf fast 4500 Mitglieder wider. Viele scheinen ihre Kinder gleich nach der Geburt anzumelden, schätzte Schaumann.

Immerhin ist für den Nachwuchs viel zu finden, beispielsweise initiiert der Brauchtumsausschuss in diesem Jahr zum ersten Mal ein Rollenschütteln für Kinder, erklärte der zweite Zunftmeister und Brauchtumssprecher Hans-Jörg Voggenreiter in seinem letzten Bericht. Zudem gibt es einen neuen Flyer der Reihe "Wie mach ich’s rächt", der sich an den Narrosome richtet. Und die Fasnetkiste für Kindergärten und Grundschulen finde so gute Resonanz, dass die Zunft mit Hilfe von Sponsoren einige weitere Truhen bestückt hat. Als ein Höhepunkt sei eine Ausstellung im Franziskaner samt Katalog und Begleitprogramm rund um die Villinger Fasnet in Arbeit, die wegen des Aufwands jedoch nicht wie geplant 2019, sondern erst 2020 fertig sei. Sicher zeigte sich Voggenreiter, dass es im Brauchtumsausschuss in den gewohnten Bahnen weiter geht: Mit Peter Metzger übernehme ein kompetenter Ratskollege die Sprecherrolle, der Engagement und das notwendige Fingerspitzengefühl für diese Funktion mitbringe.

Das Brauchtum liegt auch Bernhard Schaumann am Herzen, der sich ebenso wie Voggenreiter aus dem aktiven rat zurückzog. Unter dem lauten Applaus der Mitglieder ernannte ihn Säger zum Ehrenratsherren. Schon in den 70er- und 80er-Jahren habe er privat Strählkurse im Freundeskreis organisiert und sie dann später unter dem Dach des Vereins angeboten, erklärte der Zunftmeister. Seit 1993 habe er sich im Rat um den Einkauf und die Logistik gekümmert, lange Jahre die Texte für den Zunftball ins Reine geschrieben. "Du warst immer im Dienst der Zunft unterwegs", dankte Säger.

Auf die tolle Unterstützung vieler Mitglieder gerade auch in finanzieller Hinsicht ging der erste Säckelmeister Karl-Heinz Huy ein: Dank der großartigen Spendenbereitschaft sei es gelungen, die Schulden durch den Kauf und die Sanierung der Zehntscheuer weiter abzubauen, die insgesamt nur noch bei 39 000 Euro liegen. Überhaupt schreibt die Zehntscheuer Erfolgsgeschichte: Die Bewirtung am Freitagabend und Samstagvormittag, die Vermietung des Saals und Veranstaltungen wie die Kleinkunstreihe haben Geld in die Kasse gespült, so dass Huy von einem Plus berichten konnte. Eine einwandfreie Kassenführung bescheinigte ihm Bernd Appel, der mit Jürgen Nolle die Zahlen geprüft hatte.

So fiel denn auch die Entlastung nicht schwer, die Bertold Ummenhofer nach 15 Jahren in jüngere Hände abgegeben hat: an Henry Greif, der immerhin eineinhalb Jahre jünger sei als er selbst, gab er mit einem Schmunzeln seinen Nachfolger bekannt. Der nahm dem Vorstandsteam mit gewohnt launigen Worten "die Last von den Schultern" und überreichte Säger als Symbol der neuen Leichtigkeit ein paar Federn.

Dank für den Einsatz aller Ratsmitglieder sagte Oberbürgermeister Rupert Kubon. Die Zunft leiste Wertvolles für die Stadt, beispielsweise mit der Fasnetkiste, die das Brauchtum vermittle. Und mit dem Wechsel von Anselm Säger und Alex Brüderle vom Zunftball an die Führungsspitze sei die Regie des Vereins auch künftig in guten Händen.

Das einstimmige Vertrauen der Mitglieder neben dem neuen zweiten Zunftmeister Alex Brüderle gewannen der erste Zunftsäckelmeister Karl-Heinz Huy, der erste Zunftschreiber Jens Schaumann, der erste Narrenredakteur Clemens Wursthorn, der erste Kammerverwalter Markus Becker, der erste Schirrmeister Michael Reiser, Zunftballregisseur Oliver Kienzler, Zunftarchivar Michael Bohrer, Butzeselvater Marcel Nolle und Wueschtvater Roland Weißer. Sie bleiben zwei weitere Jahre im Amt. Gewählt wurde auch Christoph Langenbacher, der bisher für die Zehntscheuer verantwortlich war, als Ratsherr. Neu in den Rat gekommen sind die bisherigen Aspiranten Torsten Haas, Ralf Lewanderski und Marc Schaumann als Zunftwirt. Neuer Aspirant für ein Jahr ist Patrik Metzger. Zusätzlicher Kassenprüfer ist Thomas Hog.

Ehrungen Ratsherren: Peter Kerber, 20 Jahre, sowie Karl-Heinz Fischer und Albert Sauter, 50 Jahre. Besonderes Engagement: Wolfgang Bieger, Wolfgang Faißt, Karin Huy mit Team, Peter Kerber, Christoph und Bettina Langenbacher, Kathrin Reiser und Sigi Schilling. Verdienstorden: Markus Faißt, Gerhard Hahn, Ute Kimmich, Cecilia Rottler und Philipp Wursthorn. Narrovatter-Scheme: Etienne Chavet. Vierer-Schemebrett: Andreas Winderlich.

Aus Schwarzwälder Bote

Alex Brüderle neuer 2. Zunftmeister - Hans-Jörg Voggenreiter verabschiedet

Bei der Generalversammlung der Zunft wurde am 6. Januar Alex Brüderle einstimmig zum neuen 2. Zunftmeister gewählt.
Hans-Jörg Voggenreiter wurde nach 19 aktiven Jahren, davon 13 Jahre als 2. Zunftmeister, verabschiedet.
Für seine großen Verdienste erhielt Hans-Jörg Voggenreiter von Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon die Landesehrennadel.
Volles Haus bei der Generalversammlung unserer Narrozunft am 6. Januar in der Neuen Villinger Tonhalle.

Hans-Jörg Voggenreiter: Brauchtum und Tradition liegen im sehr am Herzen

Das Brauchtum rund um Häs und Schemen liegt ihm am Herzen, er hat sich der Pflege und Weitergabe der Tradition verschrieben. Und Verantwortung als zweiter Zunftmeister der Historischen Narrozunft Villingen übernommen. Nach 19 Jahren steht Hans-Jörg Voggenreiter bei der Generalversammlung am 5. Januar nicht mehr zur Wahl.

Als Kammerverwalter war er 1999 in den Rat gekommen, all die Häser, Rollen und Schemen hatten es ihm besonders angetan, erzählt Voggenreiter. Übers Häsmalen war er einst zum Rat gestoßen, erinnert er sich. Denn schon seit der Schulzeit hatte er ein Faible fürs Zeichnen und wagte sich dann an sein erstes Narrohäs. Das sogar Manfred Merz gelobt habe, auch wenn er heute wisse, dass es durchaus noch das ein oder andere hätte besser machen können, gibt er mit einem Schmunzeln zu. Diese eigene Erfahrung ist es, die seinen Umgang mit jungen Häsmalern bis heute prägt und zum Verständnis beiträgt, dass nicht gleich beim ersten Mal alles perfekt sein kann.

Mit dieser Freude am Häs wäre er wohl am liebsten immer Kammerverwalter geblieben, blickt Voggenreiter auf diese Zeit zurück. Wenn ihn nicht Joachim Wöhrle im Vorfeld seiner Wahl zum Zunftmeister überredet hätte, ihm zur Seite zu stehen. So traten sie 2005 im Duo als erster und zweiter Zunftmeister an die Spitze des Vereins. Da sei gleich eine Menge Arbeit auf sie zugekommen, stellt Voggenreiter fest.

Standen doch 2007 die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Narrozunft auf dem Programm. Mit der Ausstellung "Schemen, Masken, Larven. Fastnachtsmasken im schwäbisch-alemannischen Raum", der ersten Narrenmesse und der Herausgabe des Fasnetbuchs "Masquera" seien sie ziemlich eingespannt gewesen. Und kaum hätten sie das Jubiläum über die Bühne gebracht, seien sie vor der nächsten Herausforderung gestanden: dem Kauf und der Sanierung der Zehntscheuer. Über Jahre drehte sich alles um den Umbau, ob tatkräftige Hilfe bei den wöchentlichen Arbeitseinsätzen oder der Organisation im Hintergrund samt Benefizaktionen, um dieses Mammutprojekt finanziell stemmen zu können. Dass er als zweiter Zunftmeister beteiligt war, etwas Bleibendes auch für die nächsten Generationen zu schaffen, freut Voggenreiter.

Gerade auch mit Blick auf die tolle Unterstützung aller Mitglieder und den Zusammenhalt unter den Ratskollegen. Es sei eine schöne Zeit gewesen, die ihm viel Spaß bereitet und die Möglichkeit geboten habe, zahlreiche Kontakte zu anderen Fasnetvereinen weit über Villingen hin­aus zu knüpfen. Und angesichts seiner eigenen Interessen habe ihn natürlich auch die Aufgabe als Brauchtumssprecher ausgefüllt, betont Voggenreiter.

Begeistert habe er sich mit den anderen Ratsherren im Brauchtumsausschuss an die Weiterentwicklung der Arbeitsmappen für den Nachwuchs gemacht. Vom Ergebnis ist er selbst hin und weg: die Fasnetkiste für Schulen und Kindergärten, die viele Schätze enthält und das Brauchtum lebendig vermittelt. Die Resonanz aus den Einrichtungen zeige, dass das Konzept ankommt, Briefe und Fotos seien bei der Zunft gelandet. Überhaupt ist dieses Projekt ein weiteres Beispiel für Voggenreiter, welchen Rückhalt die Zunft genießt: Sponsoren hätten es ermöglicht, dass inzwischen rund 45 Truhen entstanden sind. "Viele machen mit, und das ist einfach schön", betont er. Auf das Team habe er sich immer verlassen können.

Doch nach 19 Jahren wolle er es etwas ruhiger angehen lassen, zumal die ganze Familie eingebunden sei, seine Frau Heidrun bei all den Verpflichtungen hinter ihm gestanden sei und sich beispielsweise als Schneiderin fürs Zunftballett einbringe. "Ich möchte jetzt einfach mal auf die Fasnet gehen, ohne an alles denken zu müssen", unterstreicht Voggenreiter. Es sei an der Zeit, dass jüngere Leute das Zepter in die Hand nehmen.

Mit dem Zunftmeister Anselm Säger und Alex Brüderle, der bei der Generalversammlung am Freitag als sein Nachfolger zur Wahl steht, habe die Narrozunft ein tolles Führungsduo, das auch für neuen Schwung sorge, ist er sich sicher. Er selbst verabschiede sich mit 59 Jahren aus dem aktiven Rat und genieße die freie Zeit. Aber natürlich springe er ein, wenn seine Hilfe gefragt sei, ob bei Festen der Zunft oder organisatorischen Fragen im Hintergrund. Denn eines bleibe bestehen: die Kameradschaft unter den Ratsherren.

Aus Schwarzwälder Bote

Alexander Brüderle soll neuer 2. Zunftmeister werden

An der Spitze der Historischen Narrozunft Villingen steht eine weitere bedeutsame Veränderung an. Nachdem zu Jahresbeginn bereits Anselm Säger als Nachfolger von Joachim Wöhrle zum 1. Zunftmeisters gewählt wurde, gibt bei der nächsten Generalversammlung der bisherige 2. Zunftmeister, Hans-Jörg Voggenreiter, nach 13 Jahren sein Amt ab. Der Zunftrat hat nun einstimmig beschlossen, bei der Generalversammlung am 5. Januar 2018 Alexander Brüderle zur Wahl als neuen 2. Zunftmeister vorzuschlagen.

Vorausgesetzt der Zustimmung der Mitglieder, würde die Zunft dann von zwei Männern geführt, die schon einmal ein kongeniales Duo bildeten: Anselm Säger und Alexander Brüderle waren 15 Jahre lang gemeinsam und sehr erfolgreich für die Regie bei den Zunftbällen verantwortlich.

Alexander Brüderle freut sich nach eigener Aussage sehr auf das Amt des 2. Zunftmeisters. Aus dieser Position heraus möchte er gemeinsam mit Anselm Säger mit vollem Engagement an Weiterentwicklung des größten Villinger Narrenvereins mit über 4500 Mitgliedern arbeiten.

Hans-Jörg Voggenreiter wird neben dem Amt des 2. Zunftmeisters auch die Funktion des Sprechers des wichtigen Brauchtumsausschusses abgeben, die er mit großem Engagement betrieben hat. Neuer Brauchtumssprecher soll Ratsherr Peter Metzger werden.

Roland Weißer: Ohne Bärenscheme wäre Fasnet undenkbar

"Schon als Kind war für mich der Wuescht das Größte". Daran hat sich bis heute nichts geändert – Roland Weißer ist nicht nur der bisher dienstälteste Wueschtvatter, er ist auch der Einzige, der seit 54 Jahren keine einzige Fasnacht ausgelassen hat und lückenlos als Wuescht unterwegs war.

Am 24. Dezember 1956 hat Roland Weißer bei einer Hausgeburt in der Saarlandstraße das Licht der Welt erblickt und er wurde in eine Wuescht-Familie hineingeboren. Als Fünfjähriger bereits schon mitgelaufen Vater Hubert gehörte zu der kleinen Truppe der "wüsten" Narros und ihm verdankt Roland Weißer auch, dass er schon als Fünfjähriger ein selbst genähtes weißes Leinenhäs erhielt und als eines der ersten Kinder überhaupt bei den als derb verrufenen Männern und Frauen mitlaufen durfte.

Mit zwei Geschwistern wuchs er gegenüber des 1965 erbauten Hallenbades auf, besuchte die Bubenschule (heute Karl-Brachat-Realschule), später die Bickebergschule und lernte bei Binder-Magnete den Mechanikerberuf. "Gearbeitet habe ich als solcher aber eigentlich nie", sagt Roland Weißer und lacht. Schnell entdeckte man nämlich sein Organisationstalent und er erhielt eine Stelle in der Arbeitsvorbereitung. Nach 17 Jahren wagte er beruflich "den Sprung nach Schwenningen" und war dort lange im Qualitätsmanagement einer Firma tätig.

Zusammenhalt in der Gruppe groß geschrieben Sein Herz schlug aber immer in Villingen. Er hat drei Söhne – alle Wueschte – und ist inzwischen als Unternehmensberater im Bereich Arbeitssicherheit selbstständig tätig. Sein Leben als Wuescht änderte sich zur Jahrtausendwende, als der damalige "Wuescht­vatter" Bernd Dilg nach neun Jahren einen Nachfolger suchte. Alle Augen richteten sich auf Roland Weißer. "Ich habe mich schon schwergetan damit, das Amt anzunehmen", gibt er gerne zu. Er ahnte, dass viel Arbeit und viele Termine – nicht nur an der Fasnet – auf ihn zukommen würden. Er tat es trotzdem und es kam wie befürchtet. Inzwischen haben sich Roland Weißer und auch seine Frau Monika aber an seinen "Zweitjob" gewöhnt.

Das ganze Jahr über gehört das Wuescht-Sein zum Familienleben dazu, denn Roland Weißer ist es wichtig, die Gruppe emotional zusammenzuhalten. Man besucht sich zu Geburtstagen, zu Hochzeiten und Taufen, ist bei Beerdigungen dabei und macht Krankenbesuche. Als Wueschtvatter sitzt er natürlich auch im Rat der Historischen Narrozunft und seine Gruppe ist immer da, wenn sie gebraucht wird – zum Beispiel als Wirteteam in der Zehntscheuer. Richtig los geht es ab dem Dreikönigstag.

Einmal wöchentlich findet ab dann bis zur Fasnacht ein wöchentlicher Dämmerschoppen statt, bei dem sich die Wueschte für die Teilnahme an der Straßenfasnet anmelden und Gäste auf Herz und Nieren geprüft werden. Maximal fünf dürfen das in jedem Jahr sein, ob sie dabeibleiben dürfen, entscheiden alle gemeinsam. Mehr als 50 erwachsene und 35 kleine Wueschte sollen es aber nicht werden. "Sonst passen wir ja in kein Stüble mehr", sagt Weißer. Am "Schmotzigen" dürfen die Kinder schon einmal auf die Gass’. Dann ist Roland Weißer besonders glücklich, denn seine zwei kleinen Enkelinnen sind auch schon dabei.

Für die Großen geht es am Fasnachtssamstag zum Brunnenschmücken in die Rietstraße und danach in die Ummenhofer-Scheune, um alle Utensilien, die ein Wuescht so braucht, herzurichten. Am Montagmorgen um sieben Uhr ist es dann soweit. Aus Nordstetten hat man 100 Ballen Stroh geholt - "dafür sät unser Michael Reiser extra einen Acker an" - und frische "Suplotere" (Saublasen) hergestellt. Mit Schorle wird nach dem Strohstopfen die Kehle vom Staub befreit und geölt für die Wueschtsprüchle. 65 gibt es schon davon. Ein Lieblingssprüchle gibt es auch Einen, den Roland Weißer besonders gerne mag, ist dieser: "De Leck-mi-am-Arsch, hätt Hozig gett mit s’Fiedlesputzer’s Tochter. De Schieß-dri-ni isch Getti g’si – drum isch’s e scheene Hozig g’si".

Besonders stolz ist der Wueschtvatter darauf, dass seine Truppe die Fasnacht mit dem Strohverbrennen in der Nacht zum Aschermittwoch auf dem Münsterplatz beenden darf. Diese Nacht endet erst mit dem gemeinsamen Heringsessen – und dann, nach dem "Nowiesele" am Wochenende darauf, wird bei Weißers gefastet.

Aus Schwarzwälder Bote

Neuer Brunnen-Narro ziert das Städtle

Für einen Moment halten am Freitagabend um kurz nach sechs über 2000 Villinger, die sich in der Oberen Straße vor dem Narrobrunnen versammelt haben, den Atem an. Nur wenige wegen der Kälte – minus elf Grad zeigt das Thermometer. Um exakt 18.07 Uhr hieven drei Ratsherren der historischen Narrozunft den gut 100 Kilogramm schweren Narro von der Brunnenkante auf den Sockel. Und die Menge sagt: „Hau-Ruck.“ Die Aufgabe ist nicht einfach, dafür jedoch einmalig. Wenn es nach dem Willen des neuen Zunftmeisters Anselm Sägers geht, wird die Figur „mehrere 100 Jahre hier oben stehen“.

Zwei Minuten später klingt am Freitagabend das erste Mal in diesem Jahr der Narromarsch durchs verschneite Städtle. Neben dem Bronze-Narro gibt es noch einen neuen Akteur bei der diesjährigen Eröffnung der Villinger Fasnet: Anselm Säger. Vor nicht einmal 24 Stunden in der Hauptversammlung zum neuen Zunftmeister gewählt, steht er am Freitagabend neben dem Brunnen und kündet von der Zukunft der Stadt: „Nach der Kreide- und Holzzeit“, sagt er und meint die bisherige Narrofigur, „beginnt heute in Villingen die Bronzezeit.“ In Richtung des Künstlers Thomas Straub sagte er: „Die Figur ist richtig gut gelungen.“

Eigentlich wäre jetzt OB Kubon an der Reihe gewesen. Aber, sagt Säger, „der OB liegt krank im Bett und sein Stellvertreter ist beim Skifahren“. Kurzum: „Dann machen wir wie immer alles selber.“ Denn: „Was wäre die Stadt ohne uns? Sie würde kläglich in die Binsen gehen.“ Applaus aus der Menge und ein Wechsel am Mikrofon.

Roland Weißer, Wuescht-Vater, nimmt die Abwesenheit des Stadtoberhaupts zum Anlass, mehrere seiner deftige Sprüchle zum besten zu geben. Und die Villinger unterstützen ihn kräftig.

Am Ende bleibt eine Frage: „Wer kümmert sich um die Sicherheit des Brunnen-Narros?“ Ein Sicherheitskonzept muss her – eine Anspielung aus das längst überfällige Papier der Stadt für die Fastnacht. „Die Rathausangestellten patrouillieren im Schichtdienst vor dem Brunnen.“ Und, sollte einmal Not am Mann sein, gäbe es mit Joachim Wöhrle nun jemanden im Rathaus mit viel Zeit, der auch gerne mal Doppelschichten einlegen könne, so Säger. 1,10 Meter ist der Bronze-Narro hoch, innen hohl, dennoch wiegt er knapp 100 Kilogramm.

Der Künstler Thomas Straub hat ihn am Dienstag den Vertretern der Zunft übergeben. Straub ist gebürtiger Villinger und der Narro hat ihm einiges abverlangt. Ein Jahr lang hat er, mit Unterbrechungen, in seinem Atelier in Köln an diesem Auftrag gearbeitet. Bronze ist allwettertauglich. Die Figur bleibt so künftig das ganze Jahr über auf dem Narrobrunnen stehen. Der Umzug vom Riettor zum Brunnen wird fortan ohne Figur stattfinden wird. Andererseits wird künftig mehr Dekorations-Gespür abverlangt: bei der Eröffnungsfeier wird der Narro mit Reisigkranz und weiß-blauem Band geschmückt. Eine Neuinterpretation soll die Figur sein, sagt Straub. Die Figur hält nicht mehr die Hand an den Mund zum Strählen, sondern streckt den Zeigefinger aus. Ganz als ob sie sagen würde: „Ja du, genau dich meine ich, komm emol her, ich will dir was sagen.“

 Aus Südkurier

Neuer Zunftmeister: Anselm Säger mit überwältigender Mehrheit gewählt

Stabwechsel bei der Narrozunft: der neue Zunftmeister Anselm Säger (links) und sein Vorgänger Joachim Wöhrle.

Nahezu einstimmig wählten die 470 anwesenden Mitglieder bei der Generalversammlung in der Neuen Tonhalle Anselm Säger zum neuen ersten Zunftmeister der Historischen Narrozunft Villingen. Anselm Säger ist 44 Jahre und seit 1984 Mitglied der Zunft. Seit 2005 ist er Ratsherr. Anselm Säger war, gemeinsam mit Alexander Brüderle, 15 Jahre lang Regisseur des Zunftballs. Diese Aufgabe gab er im vergangenen Jahr ab, weil er kürzer treten wollte. Zunftmeister der Narrozunft sein zu dürfen, ist für den Vollblutfasnachter "eine ganz besondere Ehre."

Generalversammlung: Zehntscheuer eine Erfolgsgeschichte

Volles Haus bei der Generalversammlung der Narrozunft in der Neuen Tonhalle.

Mit dem Ausbau der Zehntscheuer hat die Historische Narrozunft Villingen ins Schwarze getroffen. das neue Domizil hat sich nicht nur schnell zu einem beliebten Treffpunkt mitten im Riet entwickelt, sondern spült auch ordentlich Geld in die Kassen des Vereins. Diese Erfolgsgeschichte zog sich bei der Hauptversammlung in der Neuen Tonhalle wie ein roter Faden durch die Berichte.

Und die Zunft bleibt auf Wachstumskurs: Sie ist im vergangenen Jahr auf mehr als 4400 Mitglieder angestiegen, stellte der erste Zunft schreiber Jens Schaumann fest. Launig ließ er ein Jahr Revue passieren, in dem das Wetter der Zunft nicht nur einmal einen Strich durch die Rechnung machte, ob an der Fasnet, oder beim Sommerfest. Das aber auch viel Positives bereithielt, sei es das erste Boule-Turnier der im Riet ansässigen Vereine, das gelungene Stadtfest "9 am Münster" oder auch der Abschluss weiterer Umbauarbeiten in der Zehntscheuer. Pünktlich zum Tag des offenen Denkmals habe die Zunft die Arbeiten abgeschlossen und auch vielen neuen Gesichtern das Gebäude vorgestellt.

Gut 20 000 Euro hat die Zunft in den Einbau einer Lüftungsanlage, den Schallschutz im Erdgeschoss und eine Musikanlage investiert, nannte der erste Zunftsäckelmeister Karl-Heinz Huy konkrete Zahlen. Es sei gelungen, den Kredit für die Sanierung der Zehntscheuer weiter zu tilgen.

50 bis 60 Gäste seien je Öffnungstag anzutreffen, führte Kassenprüfer Jürgen Nolle vor Augen, der Huy eine tadellose Kasse bescheinigte. Diese Akzeptanz zeige, dass der Kauf und der Umbau des historischen Gebäudes eine gute Entscheidung war.

Als wegweisendes Projekt habe sich auch die Fasnetkiste für Schulen und Kindergärten erwiesen, betonte Hans-Jörg Voggenreiter, zweiter Zunftmeister und Brauchtumssprecher. Dank vieler Sponsoren sei es möglich gewesen, 35 Kisten mit Unterrichtmaterial für Lehrer und Erzieher samt Utensilien wie Miniaturschemen und kleine Rollen zur Verfügung zu stellen, um dem Nachwuchs die Villinger Fasnet näherzubringen.

Diese Tradition zu zeigen, sei auch das Anliegen der Zunft beim Zähringer Narrentreffen, erklärte der neu gewählte Zunftmeister Anselm Säger. Geplant sei, wie beim Masch­gerelauf mit den Hästrägern mit Schemen, einer Butz­eselgruppe und den Wuescht am Umzug am Sonntag, 29. Januar, teilzunehmen. Narro­stüble gebe es in der Zehnscheuer und im Münsterzentrum, das die Narrenzunft Schwenningen bewirtet.

Für die Fasnet seien dringend Helfer gesucht, die im Münsterzentrum bewirten, da Fritz und Angela Moosbacher nach langjährigem Einsatz nicht mehr zur Verfügung stehen.

Aus Schwarzwälder Bote

Verabschiedung Joachim Wöhrle: Närrisches und ehrenvolles Dankeschön

Ein denkwürdiger Abend in der Geschichte der Historischen Narrozunft Villingen: Mit nicht enden wollendem Applaus und stehenden Ovationen verabschiedeten die Mitglieder den bisherigen Zunftmeister Joachim Wöhrle und wählten mit überwältigender Mehrheit Anselm Säger als Nachfolger.

Welch Wertschätzung Wöhrle bei seinen Ratsherren und den Mitgliedern, aber auch bei den befreundeten Fasnetvereinen und weit über die Stadt hinaus genießt, war während der ganzen Hauptversammlung in der neuen Tonhalle zu spüren.

Als ein Zeichen dieser Anerkennung verlieh ihm Oberbürgermeister Rupert Kubon für sein außergewöhnliches Engagement die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. Bedauern, aber auch Verständnis zeigten alle Redner, dass sich Wöhrle nach 23 Jahren im Rat und zwölf Jahren an der Spitze des Vereins entschieden hat, es nun etwas ruhiger angehen zu lassen.

Dieser langjährige Einsatz im Ehrenamt sei keine Selbstverständlichkeit, betonte Hans-Jörg Voggenreiter, der vor zwölf Jahren als zweiter Zunftmeister gemeinsam mit Wöhrle an die Spitze des Vereins getreten war. "Zusammen haben wir so manche Schlacht geschlagen, es war viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt und viel Spaß gemacht", zog er Bilanz und erinnerte an die Projekte wie das 125-jährige Bestehen der Narrozunft und den Umbau der Zehntscheuer, bei dem er der Ansprechpartner für alle Entscheidungen gewesen sei. Mit dieser Bereitschaft, immer Verantwortung zu tragen, nehme er eine Vorbildfunktion ein.

"Zwölf Jahre danke" hatten die Ratskollegen denn auch ein Fotoshow überschrieben, die Momentauftnahmen des gemeinsamen Wirken im und für den Verein zeigten. Als Erinnerung an diese Zeit schenkten sie ihm eine kleine Ausgabe des Brunnennarros von Thomas Straub als Bronzeabguss, eine Urkunde zur Ernennung zum Ehrenzunftmeister und einen Reisegutschein für ihn und seine Frau Ulrike, damit sich die beiden nach all den Jahren, in denen die Familie zurückstecken und ihm den Rücken frei halten musste, mal eine Auszeit gönnen können. Und sie ließen ihn nicht ziehen, ohne nochmals die heimlichen Ratshymnen "Flieger grüss’ mir die Sonne" und "Gute Freunde kann niemand trennen" anzustimmen.

Voller Humor setzen Rupert Kubon, Anselm Säger und der bisherige Zunftballregisseur Alexander Brüderle auch die Verleihung der Landesehrennadel in Szene. Da sträubte sich der Oberbürgermeister zunächst, den Zunftmeister mit mehr Blumen oder einem Geschenkkorb zu würdigen, bis er schließlich zugab, dass er doch "ein wirklich toller Kerl" ist und in einem fingierten Telefongespräch mit Winfried Kretschmann noch flugs eine Nadel besorgte, die passend am Vorabend von Dreikönig mit einem Stern von der Bühnendecke herunterflog.

Ihre Gedanken rund um ein passendes Abschiedsgeschenk hatten sich auch die anderen Fasnetvereine gemacht. Zunftmeister Meik Gildner von der Hexenzunft dankte Wöhrle auch im Namen der Glonki-Gilde und der Katzenmusik für die tolle Zusammenarbeit in der Zuggesellschaft. Als ausgleichender und ruhiger Pol habe er für ein gutes Miteinander gesorgt. Unter dem Motto "Wir schenken dir die Fasnet deines Lebens" hatte Dominik Schaaf, Generalfeldmarschalls der Katzenmusik, mit seinen Kollegen eine Überraschung parat: Flugs rüsteten sie den Ehrenzunftmeister mit Strohschuhen, Glonkihemd und Helm aus und machten ihn mit seinen Aufgaben vertraut: Am Fasnetsunntig fährt er beim Schwenninger Umzug auf dem Hexenwagen mit, bevor es abends bei der Fasnetsuche in Villingen ins Glonkihäs geht. Und am Fasnetzischtig kann er sich beim großen Umzug als Zugpolizist bewähren.

Eine große Ehre ließen ihm auch Oberjungfer Margot Schaumann und Prinzessin Kiri Lauterbach zuteil, werden: Bei einem Jungfere-Obed darf er herausgeputzt in einem Kleid den Schellenbaum schütteln. Damit er auch die Schwenninger Narrenzunft nicht vergisst, hatte der zweite Zunftmeister Lutz Melzer ein Bild ihrer Hästräger im Gepäck. Es sei mit ein Verdienst Wöhrles und der Schwenninger Ehrenzunftmeister Jürgen Wangler und Ralf Prätzas, dass die beiden Zünfte ihre Freundschaft ausgebaut haben und sich gegenseitig unterstützen.

Die vielen freundschaft­lichen Kontakte zu anderen Vereinen seien ihm viel wert, dankte ein sichtlich gerührter Joachim Wöhrle. Das Amt habe zwar einen großen Aufwand bedeutet, aber er würde sich von Neuem für diesen Schritt entscheiden, sei doch die Truppe der Ratsherren samt deren Frauen im Hintergrund das beste Vorstandsteam, das sich ein Verein vorstellen könne. Und gerade die Teamarbeit mit seinem Vize Voggenreiter habe vieles erst ermöglicht. Er sei froh, dass sich Anselm ­Säger bereiterklärt hat, nun die Verantwortung zu übernehmen: "Das Boot Narrozunft ist auf dem besten Weg mit dir." Natürlich habe er Bedenkzeit gebraucht, als die Anfrage aus dem Rat kam, gab der neue Zunftmeister zu. Zumal er eigentlich nach 15 Jahren als Ballregisseur erst einmal etwas Ruhe und mehr Zeit für die Familie haben wollte. Aber jetzt freue er sich auf sein Amt, "es ist nicht nur eine Herausforderung, sondern eine besondere Ehre". Es sei eine einmalige Chance, den Verein mitgestalten und weiterentwickeln zu dürfen.

Aus Schwarzwälder Bote

Joachim Wöhrle verabschiedet, Anselm Säger neuer 1. Zunftmeister

Bei der Generalversammlung der Zunft in der vollbesetzten neuen Tonhalle in Villingen ging am Donnerstagabend eine Ära zu Ende, eine neue begann: Joachim Wöhrle gab nach 12 Jahren als 1. Zunftmeisters dieses Amt ab, zum Nachfolger wurde mit überwaltigender Mehrheit Anselm Säger gewählt. Joachim Wöhrle wurde zum Ehrenzunftmeister ernannt und erhielt aus den Händen von Oberbürgermeister Dr. Kubon die Landesehrennadel. 

Nach zwölf Jahren geht die goldene Ära Wöhrle zu Ende

Am 5. Januar läuft die Amtszeit von Joachim Wöhrle, dem Ersten Zunftmeister der Historischen Narrozunft Villingen, unwiderruflich ab. Zwölf Jahre sind genug, meint der Mann, der für viele die personifizierte Idealbesetzung in diesem Amt war.

Entsprechend groß war der Schock und das Bedauern, als er im Sommer seinen Abschied verkündete. „Ich bereue keine Sekunde. Und ich würde es wieder tun – wenn ich zwölf Jahre jünger wäre“, sagt er im Rückblick. Wöhrle selbst ist mit sich im Reinen und bereit, loszulassen. Wenn der 53-Jährige bei der Hauptversammlung der Zunft am Donnerstag die Amtsgeschäfte abgibt, kann er seinem designierten Nachfolger Anselm Säger ein wohlbestelltes Haus überlassen.

Die Zunft hat inzwischen 4400 Mitglieder, rund 1000 mehr als vor zwölf Jahren, und ist damit der absolut größte Verein in der Region. Die Vorstandschaft im Zunftrat hat er in den vergangenen Jahren ständig verjüngt. Und auch finanziell steht der Verein auf einem soliden Fundament. 850 000 Euro hat die Narrozunft zwischen 2007 und 2013 in den Umbau der Zehntscheuer investiert. Bis auf 130 000 Euro ist alles getilgt. „Den Rest werden wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren locker abbezahlen“, sagt er entspannt. Keine Frage: Die Historische Narrozunft steht glänzend da. Sie ist der größte Sympathieträger in Villingen, strahlt weit in die Region und pflegt, was in der Vergangenheit auch nicht immer der Fall war, ein freundschaftliches Verhältnis zu allen anderen Fasnachtsvereinen der Stadt. Das ist gewiss nicht das alleinige Verdienst des Zunftmeisters. Aber als das Gesicht des Vereins hat Joachim Wöhrle mit seinem Auftreten und seinem Wirken daran sicherlich maßgeblichen Anteil.

Vor allem ist es Wöhrle immer wieder aufs Neue gelungen, den Zusammenhalt im Verein herzustellen. Sein auf Kommunikation und Respekt basierender Führungsstil brachte ihm reihum viel Sympathie und Anerkennung. Wöhrle selbst wiederum führt dies auf sein Vorstandsteam, den Zunftrat, zurück. „Ich kann mir keine bessere Vorstandschaft vorstellen als diese Jungs“, unterstreicht er. „Wir sind unwahrscheinlich gut aufgestellt und in dieser Breite unschlagbar“, schwärmt er von seinen Zunfträten. Ein Glücksfall für ihn war auch sein Stellvertreter Hans-Jörg Voggenreiter. Dieser hat sich ums Brauchtum gekümmert, „ich ums Organisatorische und Innovative“, beschreibt er die gelungene Arbeitsteilung.

Personalführung übernehmen, das kennt Wöhrle auch von einem Hauptberuf als Chef des städtischen Organisations- und Personalamtes. Und Organisieren kann Wöhrle, der bei der Stadt zum Leitenden Verwaltungsdirektor aufgestiegen ist, erst recht. Das hat er eindrücklich beim von ihm initiierten Mammutprojekt, der Zehntscheuer-Sanierung bewiesen. Seine Amtszeit wird unweigerlich mit diesem Meilenstein in der Vereinsgeschichte verbunden sein. Sechseinhalb Jahre zog sich die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes zum neuen Vereins- und Kulturzentrum hin und wurde zum glücklichen Erfolg gebracht. „Das hat uns als Verein vorangebracht und in der Bevölkerung für zusätzliche Anerkennung gesorgt“, lautet sein Fazit. Und genau dies war sein Ziel. „Ich habe gedacht, dass wir als größter Verein so viel Potenzial haben, dass wir etwas Besonderes für unsere Stadt stemmen können.“

Was herauskam, war eine beispiellose Gemeinschaftsaktion, die mit dem Ehrenamtspreis des Landes belohnt wurde. Die Vereinsmitglieder leisteten über 20 000 freiwillige Arbeitsstunden, um das denkmalgeschützte Gebäude zu einem Schmuckstück der Stadt auszubauen. Auch Wöhrle hat unzählige Arbeitsstunden im alten Gemäuer geleistet. Für ihn war immer klar: „Wer vorne dran steht, muss Vorbild sein. Entweder ganz oder gar nicht.“ Dieser Maxime ist er zwölf Jahre lang gefolgt. Ein weiterer Höhepunkt seiner Amtszeit war das Jubiläum zum 125-jährigen Vereinsbestehen im Jahr 2007, als die Zunft ein gigantisches Jubiläumsprogramm abspulte. Darum ranken sich viele schöne Erinnerungen. Nur einmal, da war ihm nicht mehr zum Lachen: Beim sogenannten Brezelstreit im Jahr 2007. Die Zunft hatte damals den Einkauf der Fastnachtsbrezeln, die bei den Umzügen ausgeworfen werden, neu ausgeschrieben und sich damit den Zorn eines örtlichen Bäckers und des Handwerkskammerpräsidenten zugezogen. Die Geschichte machte viele Schlagzeilen und schaffte es bis in die „Bild-Zeitung“. Heute kann er darüber schmunzeln, damals „war’s nicht schön“.

Nach 23 Jahren im Zunftrat, davon zwölf Jahre als Hauptverantwortlicher, sieht er den Zeitpunkt gekommen, aufzuhören. „In so einem Verein,“ sagt er, „bist du ständig in der Pflicht.“ Aus dieser Dauerbelastung will er nun raus, um noch mal was anderes in seinen Leben zu machen, „so lange man noch kann“. Um die Zukunft der Zunft ist es ihm nicht bange. Der Rat ist stark aufgestellt und mit Anselm Säger steht für Joachim Wöhrle der beste Kandidat bereit, den Staffelstab weiterzutragen.

Aus Südkurier

Sponsoren der Fasnetkisten für Grundschulen und Kindergärten

Da wir erfreulicherweise weitere Sponsoren für unsere Fasnetkisten, die an Grundschulen und Kindergärten ausgegeben wurden/werden, bekommen haben, hier die aktuelle Sponsorentafel. Wir danken allen Unterstützern ganz herzlich.

Aus Bronze statt aus Holz: Neue Figur für Narrobrunnen

Bronzeguss des Villinger Narros in der Kunstgiesserei Schweitzer in Köln.
Nach dem Guss ist die Scheme der Narrofigur zu erkennen, die unter der abgeschlagenen Keramikform herauslugt.

Nicht nur Weihnachten rückt näher, auch die Fasnet. Einige Menschen haben deswegen schon Termindruck. Das gilt auch für Thomas Straub. Der Künstler und Bildhauer mit Villinger Wurzeln ist mit Hochdruck dabei, in seinem Atelier in Köln eine neue Narrofigur aus Bronze für den Villinger Narrobrunnen in der Oberen Straße zu schaffen. Straub muss sich sputen. "Zeitlich wird das eine Punktlandung werden, die Figur wird wohl erst zwei Tage vor der Fasneteröffnung nach Villingen gebracht", berichtet der Künstler.

Der Brunnen-Narro hat in Villingen fast sakralen Charakter. Dass nun eine neue Figur hergestellt wird, hängt mit dem Alter der ursprünglichen Narrofigur zusammen, die 1937 vom Villinger Holzbildhauer Eugen Merz geschaffen wurde.

Dieser Holzfigur haben Wind und Wetter über die Jahrzehnte stark zugesetzt. Die Stadt hat sich daher entschlossen, den hölzernen Narro, trotz zweier Restaurierungsversuche in den letzten Jahren, nicht mehr im Freien aufzustellen. Es soll künftig ein warmes Plätzchen, eventuell in der Zehntscheuer, bekommen. In Absprache mit der Historischen Narrozunft hat sich die Stadt als Eigentümerin daher als Ersatz eine allwettertaugliche Figur aus Bronze in Auftrag zu geben.

Bekommen hat den Auftrag Thomas Straub, der einst sein Handwerk an der Staatlichen Berufsfachschule für Bildhauerei in Oberammergau gelernt hat, bevor er den Kunstakademien in Nürnberg, Karlsruhe, Helsinki und Glasgow studierte.Seit fünf Jahren lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler in Köln. Allerdings ist der 40-Jährige seiner Heimat nach wie vor eng verbunden, besucht regelmäßig Freunde in Villingen und die in Paffenweiler wohnenden Eltern. Außerdem gehört Straub seit zehn Jahren zur Gilde der von der Narrozunft empfohlenen Schemenschnitzern. Aufwändige Produktion: Die Herstellung einer Bronzefigur ist ein höchst aufwändiger Prozess. Straub hat in Anlehnung an die Merz-Figur zunächst eine 1,10 Meter hohe Narrofigur aus Ton hergestellt, die er auf einem Drahtgestell aufgebaut hat. Daraus formte er ein Negativ, mit der er eine zweite Figur aus Gips herstellte. Diese Form schickte er dann als Modell an eine Bronzegießerei. Dort wurde die Gipsfigur erneut zweimal umgeformt, bis am Ende des Produktionsprozesses die gewünschte Bronzefigur herauskam. Wobei der Guss in fünf einzelnen Stücken erfolgte, die am Ende zu einem vollständigen Narro zusammengeschweißt wurden.

Der neue Narro wird, auch aus urheberrechtlichen Gründen, keineswegs eine exakte Kopie der hölzernen Merzen-Figur werden. Thomas Straub hat eine neue Variante geschaffen, Körperhaltung, Fußstellung und den linken Arm verändert und dem Narro damit mehr Dynamik und neuen künstlerischen Ausdruck verliehen. Man darf gespannt sein. "Jetzt bin ich mitten am Bemalen", berichtet er. Auch dies ein komplexer und zeitraubender Prozess. Am Ende wird dann ein Klarlack als Wetterschutz aufgetragen.

Die Bronzefigur, innen hohl aber an die 100 Kilogramm schwer, wird wohl erst auf den letzten Drücker fertig werden. Wobei Straub zuversichtlich ist, dass er rechtzeitig wird liefern können und es keine Neuauflage jener Fasneteröffnung von 2015 geben wird. Damals hat die Zunft in der Not einen lebendigen Jungnarro auf den den Brunnen gestellt, weil der Restaurator, der die Holzfigur richten sollte, mit seiner Arbeit nicht rechtzeitig fertig geworden war. Derlei Probleme sollte es künftig nicht mehr geben. Die Bronze-Figur ist wetterunempfindlich. Aus diesem Grund kann sie auch ganzjährig auf dem Narrobrunnen stehen bleiben und muss nicht ins Depot. Damit entfällt zur Fasneteröffnung auch das jährliche Ritual, den Narro auf dem Brunnen zu befestigen.

Aus Südkurier

Anselm Säger soll neuer Zunftmeister werden

Anselm Säger soll Nachfolger von Joachim Wöhrle als 1. Zunftmeister der Historischen Narrozunft Villingen werden. Dies beschloss der Zunftrat einmütig. Der Rat wird Anselm Säger bei der Generalversammlung am 5. Januar 2017 den Mitgliedern zur Wahl vorschlagen.

Bekanntlich hat sich Joachim Wöhrle entschlossen, nach zwölf Jahren im Amt des 1. Zunftmeisters bei Villingens größtem Fasnetverein im kommenden Jahr nicht mehr zu kandidieren.

Anselm Säger bringt nach Ansicht des Zunftrates alle Voraussetzungen für diese wichtige Position mit: Er entstammt einer alteingesessene Villinger Familie, verantwortete 15 Jahre lang als Regisseur gemeinsam mit Alexander Brüderle die vielbeachteten Zunftbälle, hat als langjähriger Ratsherr entsprechende Einblicke in die Strukturen der Zunft, war einer der großen Aktivposten beim Umbau der Zehntscheuer und verfügt als Unternehmer über entsprechendes Durchsetzungsvermögen und Freiräume.

Anselm Säger ist 44 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und ist Inhaber und Geschäftsführer der Firma Satec Fertigungstechnik KG in Villingen.

Abschied von Hans Messmer

Am Dienstag hat eine fast unübersehbare Menschenmenge unserem lieben Hans Messmer auf dem Villinger Friedhof die letzte Ehre erwiesen.

Folgend die Trauerrede unseres 1. Zunftmeisters Joachim Wöhrle:

"Wir alle sind erschüttert über den Tod unseres Freundes und Ehrenratsherren Hans Messmer und nehmen heute Abschied. Mit Hans Messmer hat die Historische Narrozunft Villingen einen äußerst engagierten Ratskollegen und unsere Stadt einen überaus geschätzten und beliebten Menschen verloren. Hans Messmer wird als Spittelsänger in die Geschichte dieser Stadt eingehen. Die Spittelsänger sind eine Villinger Erfolgsgeschichte, eine Erfolgsgeschichte, die uns allen immer und immer wieder sehr viel Freude bereitet hat. Der Spruch in der Traueranzeige "Freude geben war sein Leben!" bringt es auf den Punkt. Ich denke alle von uns haben unvergessliche, fröhliche und ausgelassene Stunden mit den Spittelsängern erlebt – sei es an der Fasnet, sei es bei öffentlichen Veranstaltungen oder sei es auch bei privaten Familien- oder Firmenfeiern.

Dass Hans 1984 mit dem Narrenbecher und im Jahre 2001 mit der Bürgermedaille der Stadt Villingen-Schwenningen geehrt wurde, war die logische Konsequenz. 24 Jahre lang, erstmals im Jahr 1965, waren die Spittelsänger der unbestrittene Höhepunkt bei den Zunftbällen der Historischen Narrozunft. Die Spittelsänger wurden zur Villinger Kultgruppe, jedes Kind im Städtle kennt ihre Lieder wie „de Spital Mathis“, „Hätt denn kon kon Kamm“ oder „Mir gon jetzt uff d'Gass“.

Hans Messmer war die Seele der Spittelsänger, er war der gute Geist, der mit seiner ausgleichenden Art die Gesangsgruppe in den verschiedenen Besetzungen zusammenhielt. Auch wenn wir Villinger ja bekannter¬maßen sehr harmoniebedürftig sind und nur in Ausnahmefällen anänander nuff gonn, war dies dennoch immer wieder eine sehr schwierige Aufgabe. Die Spittelsänger trafen mit ihren Liedern und Texten in die Herzen der Menschen.

Die Abschiedsgala von Hans Messmer und Albert Sauter vor zwei Jahren in der Neuen Tonhalle war ein Erlebnis, das ich persönlich nie vergessen werde. Den Akteuren schlug nicht nur eine Welle der Begeisterung und Sympathie entgegen, im Saal war zudem eine überwältigende, einzigartige Stimmung von Heimatverbundenheit, Respekt und tiefer Dankbarkeit zu verspüren. Dass die gesamten Erlöse aus dieser grandiosen Veranstaltung für gute Zwecke gespendet wurden, war für einen Menschen wie Hans keine Frage.

Wer Hans näher kannte wusste, dass er vor seinen Auftritten oftmals wahnsinnig nervös war. Hinter der Bühne zitterte er manchmal wie Espenlaub, doch sobald der Vorhang fiel, war er der coole, lässige Entertainer, der mit witzigen Sprüchen die Auftritte der Spittelsänger moderierte und diese allein schon dadurch zu etwas ganz Besonderem machte. So auch bei der Benefizveranstaltung zugunsten der Zehntscheuer im Theater am Ring im Januar 2014. Hans hatte in seiner bescheidenen Art große Befürchtungen, dass die Spittelsänger nicht ankommen könnten – lang anhaltende Standing Ovation waren die Reaktion des Publikums.

Hans Messmer war als Spittelsänger, vor allem aber als geschätzte Persönlichkeit ein Idol für Jung und Alt in unserer Stadt. Ich kenne kaum einen Menschen, der sich größerer Beliebtheit erfreute, als Hans. Es war jedes Mal eine Freude, ihm im Städtle oder sonst wo zu begegnen. Schon von weitem wurde man mit einem breiten und freundlichen Lächeln begrüßt. Immer gut gelaunt, auch in Zeiten, in denen es ihm gesundheitlich nicht mehr besonders gut ging. Lebensfreude und Lebenswille sowie Humor und Witz prägten seinen Charakter. Hans hatte für alle Lebenslagen einen Spruch parat. "Joachim, du singst doch auch gerne, warum häsches dann nie glernt?" Mit diesen Worten verabschiedete er mich zwei Tage vor seinem Tod im Café Dammert, wo ich ihn in der Mittagspause zufällig und leider zum letzten Mal traf. Ich lernte ihn kennen, als DJKler und Narrozünftler, schätzen lernte ich ihn als Menschen und Ratskollegen.

Hans ist 1973 in den Rat der Narrozunft eingetreten. 2004 wurde er zum Ehrenratsherren ernannt, nahm aber– soweit es ihm seine Gesundheit eben erlaubte – weiterhin an den Ratssitzungen teil. Er war immer ein Aktivposten in der Narrozunft und selbstverständlich auch beim Ausbau der Zehntscheuer stets präsent. Hans Messmer war ein großartiger Mensch. Wir sind dankbar und stolz, dass er 43 Jahre lang Ratsherr der Narrozunft Villingen war.

Ich bin ä klein Pummerle, kurz und dick, ich steh in die Ecke und denke dankbar an die Zeit mit Hans zurück.

Lieber Hans, wir werden deiner für immer gedenken, in Trauer aber auch in voller Dankbarkeit."

Narrozunft trauert um Ehrenratsherrn Hans Messmer

Spittelsänger und Ratskollege Hans Messmer ist nach längerer Krankheit am Mittwochmorgen gestorben. Villingen verliert mit ihm ein echtes Original, einen Stimmunsgmacher und einen Musiker, der mit seinen Liedern die Villinger Fasnet maßgeblich mitgeprägt hat. Die Historische Narrozunft verliert ein engagiertes Ehrenratsmitglied und einen guten und liebenswerten Freund. Hans Meßmer wäre im Oktober 79 Jahre alt geworden.

"Wir saßen am Dienstagnachmittag noch zusammen, und Hans hat sich gut gefühlt", sagt ein erschütterter Ehrenzunftmeister Klaus Hässler. Hans Meßmers Bariton verzauberte die Menschen zuletzt bei den drei Benefiz-Auftritten der Spittelsänger in restlos ausverkauften Hallen, die sie im Frühjahr 2014 anlässlich ihres Abschieds von der Bühne gaben. Das Publikum spendete den beiden "Legenden" Hans Messmer und Albert "Bene" Sauter für ihr Lebenswerk minutenlang stehenden Applaus. "Wir waren überwältigt von der Wertschätzung, die uns von unseren Fans auch nach 50 Jahren noch entgegengebracht wurde", sagte Hans Meßmer damals gerührt. Das Ende ihrer Laufbahn als Spittelsänger begründeten die beiden damals mit gesundheitlichen Einschränkungen, besonders von Hans Messmer. Vor Jahren bekam er eine neue Niere, "doch Hans war ein Stehaufmännchen", sagt Klaus Hässler.

Unvergessen bleiben die Lieder der Spittelsänger: vom allerersten, dem "Spital-Mathis", über "Hat denn kon kon Kamm?", "Mir gon jetzt uff´d Gass" und "Die schöne alte Jungfere" bis "Villingen, 1000 Jahre alt" und viele mehr. 25 Jahre lang Auftritte beim Zunftball, mehr als 30 Jahre lang bei den Hausbällen im Ott und im Hotel Diegner, unzählige Benefizkonzerte – einmal auch in Schwenningen zu Gunsten von Kirchenglocken – und gut 40 Jahre Mitwirkung beim Feuerwehrball machen das Trio, das zuletzt nur noch ein Duo war, unsterblich.

"Alles hat seine Zeit", hat Hans Messmer einmal gesagt. Er und Albert Sauter seien stolz darauf, dass sie ihrer "schönen Stadt" etwas von dem zurückgeben konnten, was sie von ihr bekommen haben, waren sich die beiden Spittelsänger einig.

Hans Messmer trat 1973 in den Zunftrat ein, 2004 wurde er zum Ehrenratsherrn ernannt.

Teile des Textes aus Südkurier und Schwarzwälder Bote.  

Zum 40. Mal: Maschgere lauf

Der Umzug am Montagnachmittag lockte erneut tausende Besucher an.

Um 14.15 Uhr startete der Maschgerelauf, in diesem Jahr bereits zum 40. Mal.

Erstmalig 1976 hatte sich die Historische Narrozunft entschlossen, ihre Traditionsfiguren in einem reinen Brauchtumsumzug laufen zu lassen. Narro und Stachi, Morbili, Butzesel samt Trieber und der Wuescht wurden auch am Montag, 40 Jahre später, begeistert umjubelt.

Viele Narros hatten sich bereits mit Schirmen gegen den angesagten Regen gewappnet. Doch die Historischen kamen, wie bereits am Morgen, erneut mit trockenen Krägen durch.  

Aus Südkurier 

Fasnet in der Kiste

Sie sind aus massivem Holz, allein zum Anschauen eine Pracht, und beim Öffnen tauchen kleine Schätze auf: die mit Kinderkragen, Schemen en miniature und Spielen bestückten Fasnetkisten der Villinger Narrozunft, die den Nachwuchs mit dem Brauchtum vertraut machen.

Wie viele Menschen hinter dem Projekt stehen und das Material in Kindergärten und Grundschulen einsetzen, zeigte sich bei der Präsentation und Übergabe der Fasnetkiste: Erzieherinnen, Lehrer, Sponsoren, Ratsherren und alle, die an der Realisierung mitgewirkt hatten, drängten sich im Festsaal in der Zehntscheuer.

Schon vor drei Jahren habe der Brauchtumsausschuss die Idee entwickelt, mit einer solchen Kiste allen Pädagogen Material an die Hand zu geben, um Kinder die Tradition der Fasnet und all ihre Figuren näher zu bringen, erklärte Zunftmeister Joachim Wöhrle. Zumal die 1997 entstandene Schulmappe nicht mehr auf dem neuesten Stand gewesen sei. So habe Hans-Jörg Voggenreiter, zweiter Zunftmeister und Sprecher des Brauchtumsausschusses, das Projekt vorangetrieben und eine ganze Reihe an Helfern um sich geschart: den Ratsherrn und Schreinermeister Peter Hupfer samt seinem Auszubildenden Quirin Säger, Katharina Hirt, Jana Metzger und Henry Greif als pädagogische Berater, den zunftinternen Medienspezialisten Jens Schaumann und seine Frau Mareike, die als Erziehungswissenschaftlerin an der kindgerechten Vermittlung all der Informationen mitgewirkt hat.

Froh sei die Zunft auch, Sponsoren für 19 Kisten gefunden zu haben, betonte Wöhrle. Denn nach einer ersten Anfrage bei 40 Schulen und Kindertagesstätten hätten gleich 35 Einrichtungen ihr Interesse angemeldet. Ziel sei es gewesen, für den Nachwuchs etwas zum Anfassen zu schaffen, und üblicherweise gehöre das Fastnetshäs in eine Kiste, erinnerte Voggenreiter an erste Überlegungen. In monatlichen Treffen, aber auch im Austausch mit Erzieherinnen und Lehrern habe die Ausstattung konkrete Gestalt angenommen.

So ist jetzt ein ganzer Koffer für die Villinger Fasnet gepackt: Mit Kragen, Masch, Kappe und Fuchsschwanz können sich die Kinder in einen kleinen Narro verwandeln. Im mittleren Fach sind ein Riemen mit zwei Rollen sowie kleine Morbili- und Surhebelschemen untergebracht, denen weitere folgen. Und im untersten Fach finden sich Bücher und Spiele wie Memory oder Puzzle.

"Die Fasnetkiste soll leben und lässt sich immer weiter ergänzen", forderte Voggenreiter die Pädagogen auf, weiterhin mit Anregungen auf die Zunft zuzukommen. Gerade der USB-Stick als Kernelement der Kiste lasse sich um weiteres Material erweitern, erläuterte Jens Schaumann, der das didaktische Medienkonzept vorstellte. Der Stick enthalte nicht nur Hintergrundinformationen für die Erzieherinnen und Lehrer über die Ursprünge der Fasnet und die Handwerkskunst, sondern auch viel Material, um den Nachwuchs mit vielen Sinnen anzusprechen. Lieder, Wuescht- und Fasnetssprüchle sind ebenso gespeichert wie Filmausschnitte und ein Stadtplan mit dem historischen und heutigen Verlauf des Umzugs am Fasnetmentig oder ein Wörterbuch für Villingerisch. Auch an Bastel- und Malvorlagen ist gedacht. Und rechtzeitig zur Übergabe der 35 Kisten ist es dem Team zudem gelungen, Uwe Waldvogels Kinderbuch "Benne, der Täfelebub" zu digitalisieren.

"Durch diese Kisten gelingt es, einen Schatz weiterzutragen und zu vervielfältigen", zeigte sich Oberbürgermeister Rupert Kubon begeistert von der Idee der Zunft und der ansprechenden Präsentation. Sein Dank gelte auch allen Spendern, die sich an der Umsetzung beteiligt haben. Gerade mit Blick auf die vielen Menschen, die in Villingen leben, aber ursprünglich nicht aus der Stadt stammen, leiste die Fasnetkiste einen Beitrag, dass sich ihre Kinder wohlfühlen und ein Gespür für die Heimat entwickeln. Kubon regte Lehrer und Erzieherinnen an, sich auf das Brauchtum einzulassen und die Schatzkisten bei der Arbeit einzusetzen. So gebe es bei diesem Projekt nur Gewinner.

Aus Schwarzwälder Bote, Fotos: Schwarzwälder Bote, Südkurier

Die Sponsoren

Sparkasse Schwarzwald-Baar, Volksbank eG Schwarzwald-Baar-Heuberg, längseits Unternehmensberatung, Firma Reiner Furtwangen, Sandro Camilli, Wohnbaugesellschaft Villingen-Schwenningen (wbg), Dr. Wolfgang Berweck, Matthias Reiner, Wirtschaft und Tourismus Villingen-Schwenningen GmbH, Stadt Villingen-Schwenningen und Susanne Reiner.

Die Historische Narrozunft dankt allen Sponsoren für ihre großzügige Unterstützung sehr herzlich!

Wer weitere Kisten gerne sponsern möchte, kann sich beim Rat der Historischen Narrozunft melden.

 

 

Ehrenratsherr Manfred Merz verstorben

Im Alter von 87 Jahren ist Ehrenratsherr Manfred Merz verstorben.Mit Manfred Merz hat unsere Stadt einen weit über unserer Grenzen hinaus anerkannten Schemenschnitzer und sehr engagierten Bürger verloren. Manfred Merz war seit 1948 Mitglied der Narrozunft Villingen. 1954 wurde er zum Ratsherren gewählt und zeigte sich von da an – wie es seinem Wesen entsprach – äußerst engagiert. Er brachte die Zunft mit vielen neuen und kreativen Ideen nach vorne. Von 1970 bis 1978 bekleidete er das Amt des Kammerverwalters. Daneben war ihm aber auch bewusst, dass die Aufarbeitung und Dokumentation der Geschichte seines Traditionsvereins von großer Bedeutung sind. Wenn Manfred von etwas überzeugt war, gab es kaum etwas, was ihn stoppen konnte. So baute er das Zunftarchiv auf und übernahm in der Konsequenz das Amt des Zunftarchivars. Alle Fragen rund ums Villinger Fasnet-Brauchtum wurden über Jahrzehnte von Manfred Merz maßgeblich begleitet und gesteuert. So war er es auch, der den Narro- und Mäschgerle-Obed ins Leben rief, der bis heute eine der wichtigsten Brauchtumsveranstaltungen darstellt, die die Narrozunft durchführt. 1984 wurde Manfred Ehrenratsherr, war aber weiterhin sehr aktiv und engagiert.Nur wenige konnten Manfred Merz in Fasnet- und Brauchtumsfragen das Wasser reichen. Sein Wissen über die Villinger Fasnet schien unerschöpflich zu sein, was er immer wieder bei Ausstellungen und Vorträgen unter Beweis stellte. Manfred Merz verwirklichte in seinem Beruf auch seine Berufung. Er war Sche-menschnitzer mit Leib und Seele – seine Schemen ist jede für sich ein individuelles Kunstwerk. Ja, seine Schemen machen ihn sozusagen unsterblich, denn auch über Generationen hinweg wird man in Villingen die einmaligen, außergewöhnlichen und wunderschönen Merz-Schemen bewundern. All seine Leistungen wurden mit unzähligen Auszeichnungen, vor alle aber mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt Hierauf war er – aber auch ganz Villingen – zu Recht stolz. Seinem Wirken für die Villinger Fasnet gebührt großer Respekt und Anerkennung. Die Historische Narozunft wird Manfred Merz ein ehrendes Andenken bewahren .

Ehrenzunftmeister Christian Huonker gestorben

Eine sehr traurige Nachricht hat uns erreicht. Im Alter von 88 Jahren ist unser langjähriger Zunftmeister und Ehrenzunftmeister, Christian Huonker, verstorben, Der Tod von Christian ist ein schmerzlicher Verlust für die Historische Narrozunft.

Christian Huonker, der seit 1954 Mitglied der Narrozunft Villingen war und 1965 in den Rat gewählt wurde, begleitete von 1975 bis 1989 das Amt des 1. Zunftmeisters, danach wurde er Ehrenzunftmeister ernannt. Er war es, der die Narrozunft zu dem machte, was sie heute ist: Der mit Abstand größte und einer der anerkanntesten Vereine in der Region. Als Christian die Vorstandsposition übernahm, hatte die Zunft 2000 Mitglieder, heute sind über 4200.

In seine Amtszeit fallen u.a.:

- 1976 hat er den  Maschgerelauf ins Leben gerufen, der an Fasnet bis heute Tausende von Zuschauern anlockt.

- 1976 der Ausbau der ehemaligen Stadtküche zur Zunftstube und später dann Ausbau von Elisabethenturm und Spitalkeller.

- 1977 fand das erste große Sommerfest der Narrozunft im Spitalgarten unmittelbar neben der Zunftstube statt.

- 1979 wurde der ZDF-Fernsehfilm „Narri Narro“ von dem zwischenzeitlich verstorbenen Zunftehrenmitglied Gerd Jauch gedreht, der die Villinger Fasnet deutschlandweit bekannt machte.

- 1981 folgte die Erneuerung des Romäus-Bildes am Romäusturm .

- 1982: wurde der 100. Geburtstag der Narrozunft mit Festbankett im Foyer des Theaters am Ring gefeiert.

- 1984 folgte „400 Jahre Masquera". Bereits im Herbst des Vorjahres erschien im Eigenverlag der Narrozunft eine Chronik der historischen Villinger Fasnet, für die Christian verantwortlich zeichnete. Im Februar 1984 Tag zog ein großer „Weißnarrenumzug“ mit sieben befreundeten Narrenzünften und 1400 Teilnehmern durch die Villinger Innenstadt, vier Wochen vor der eigentlichen Fastnacht.

- 1985 folgte eine Einladung der Narrozunft mit ihren Hästrägern in die neuen ZDF-Studios nach Mainz in eine Livesendung.

Das sind nur die wichtigsten Verdienste von Christian Huonker. Er war, auch als Ehrenzunftmeister, ein unermüdlicher Vefechter des Brauchtums.

Auch in der Politik brachte Christian Huonker sein Wissen ein: Von 1984 bis 1989 saß er für die CDU im Gemeinderat, sein ehrenamtliches Engagement wurde 1989 mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt.

Die Historische Narrozunft ist sehr traurig über den Verlust von Christian. Wir werden ihn nicht vergessen und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. 

Die Zehntscheuer ist festlich eingeweiht - Landesehrennadel für Hansjörg Fehrenbach

Mit 300 geladenen Gästen feierte die Historische Narrozunft Villingen am Samstagabend im Theater am Ring die Einweihung ihres neuen Domizils, der Historischen Zehntscheuer. Im Mittelpunkt stand die Ehrung der vielen freiwilligen Bauhelfer und der Spender und Sponsoren, die dieses Mammutprojekt erst möglich gemacht haben. Anschließend wurde in der Zehntscheuer gefeiert. Der Tenor der Besucher: Große Begeisterung über das gelungene Werk. Im Mittelpunkt des über zweistündigen Festabends im Foyer des Theaters am Ring stand die Ehrung der zahlreichen Helfer, die insgesamt rund 22 000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet habe, um das denkmalgeschützte Gebäude zum neuen Vereinsheim der Zunft umzubauen. Höhepunkt des Abends war dabei die feierliche Verleihung der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg an Hansjörg Fehrenbach. Der gelernte Architekt hatte als Zunftbaumeister die Hauptlast der Arbeit getragen und in sechseinhalb Jahren ehrenamtlich 344 Arbeitseinsätze und ungezählte Arbeitsstunden in der Zehntscheuer geleistet. Oberbürgermeister Rupert Kubon heftete ihm im Auftrag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann „für langjährige Verdienste im Ehrenamt“ die Landesehrennadel an die Brust. Kubon lobte, wie schon zuvor der Europaabgeordnete Andreas Schwab, das unglaubliche Engagement der Zunft und ihrer ehrenamtlichen Helfer. „Sie haben Großartiges geschaffen“, betonte das Stadtoberhaupt. Nach den Ehrungen zogen die Gäste hinüber in die Zehntscheuer, wo bei Speis und Trank noch lange gefeiert wurde. Die Besucher waren durchweg begeistert von der gelungenen Symbiose aus Neu und Alt. Aus SÜDKURIER

 

Hier geht es zum Film von den Einweihnungsfeierlichkeiten in unserem Youtube-Channel

Cold Water Challenge 2014

2 grandiose Konzerte mit unseren Spittelsängern

Zweimal ausverkaufte Tonhalle: Am Samstag und Sonntag feierten unsere Spittelsänger Hans Messmer und Bene Sauter zusammen mit ihren Fans ihr 50. Jubiläum als Gesangsgruppe und zugleich den Abschied von den großen Bühnen. Beide Veranstaltungen wurden zu einem Triumph für Hans und Bene. Applaus ohne Ende, regelrechte Beifallsstürme und immer wieder stehende Ovationen begleiteten 2 wunderbare Konzerte, wie sie Villingen sicherlich selten erlebt hat. Verdienter Lohn für 50 musikalische Jahre, in denen Villinger Geschichte geschrieben wurde. Die Spittelsänger sind Kult und ihre Lieder unvergänglich. Erinnert wurde an den beiden Abenden auch an die verstorbenen Karl­heinz ("Schanko") Ummenhofer und Werner ("Tschäbet") Hirt, die bis zu ihrem Tod jeweils zusammen mit Hans und Bene auf der Bühne standen, sowie an den ebenfalls verstorbenen Lothar Wöhrle, aus dessen Feder (ebenso wie aus der von "Schanko") zahlreiche Liedtexte stammen. Großartig auch die beiden Auftritte von Margot Schaumann als Queen Elizabeth und Lambert Hermle als Spittel Mathis. Am Ende waren sich alle Besucher der beiden Konzerte einig: Zwei Abende der Extraklasse. Von den Konzerten gibt es demnächst eine CD (18 €) und eine DVD (30 €). Wer noch keine CD oder DVD direkt bei den Konzerten bestellt hat, kann dies gegen Vorkasse bei Bene Schilling im Geschäft "Schilling - Wäsche und mehr" in der Oberen Straße in Villingen gerne tun. 

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Sammler aufgepasst!
19Mär
2014
Umzugsabzeichen der letzten 30 Jahre weiter...
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Villingen war wieder einmal im Ausnahmezustand. Tausende von Mäschgerle und Maschgere begeisterten das Publikum und sorgten für gute und ausgelassene Stimmung im Städtle. weiter...
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"Der Kerle muss noch ein bisschen essen", stellt Richard Braitsch mit einem Schmunzeln fest. Vor den Augen der Fünftklässler von der Bickeberg­schule hat der Kammerverwalter der Historischen Narrozunft Vilingen zusammen mit Ehrenzunftmeister Karl-Heinz Fischer ihren Mitschüler Milan in einen kleinen Narro verwandelt. weiter...
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