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Nicht-Überraschung Nummer eins bei der Hauptversammlung der Villinger Narrozunft: Joachim Wöhrle wurde einstimmig als Zunftmeister für zwei weitere Jahre bestätigt. Nicht-Überraschung Nummer zwei: Es wäre nicht die Narrozunft, wenn nicht mehrfach närrische und weniger närrische Seitenhiebe auf das Thema Tonhallengröße und Hallenbestuhlung gefallen wären.

Danke in Serie: Knapp 130 Mitglieder werden bei der Hauptversammlung der Narrozunft in der Neuen Tonhalle geehrt. Im Bild die Mitglieder, die seit 50 Jahren dem Verein die Treue halten. Bild: Sprich

Sowohl im spitzfindigen und satirisch angehauchten Jahresrückblick von Ratsherr Alexander Brüderle als auch im Bericht von Joachim Wöhrle, der ankündigte, dass sich die Narrozunft ernsthaft über die Zukunft des Zunftballs Gedanken machen müsse. Aufgrund der Beschränkung der Besucherzahl bei den Zunftbällen sei das finanzielle Defizit bereits vorprogrammiert (wir berichteten bereits). Um bei der gewählten Bankettbestuhlung mit Tischen nicht auf noch mehr Sitzplätze verzichten zu müssen, sagte Wöhrle, dass „in diesem Jahr auf den Einmarsch verzichtet werden muss.“

Oberbürgermeister Rupert Kubon konterte amüsiert und bat mit närrischem Unterton angesichts der Tatsache, dass durch das von der Narrozunft angeregte unabhängige Brandschutzgutachten letztlich zu einer weiteren Verschlechterung der Besucherzahlen in der Neuen Tonhalle führte, dass Vereine doch künftig von der Beauftragung zusätzlicher unabhängiger Gutachten absehen mögen.

Doch die Narrozunft hatte auch eigene Baustellen. Der Umbau und die feierliche Einweihung der Zehntscheuer konnte nicht wie geplant, zum Datum 12.12.12 fertig gestellt werden. „Erstens, weil das ein Mittwoch war und da keiner Zeit zum Fest feiern gehabt hätte. Zweitens wegen dem drohenden Weltuntergang“, resümierte Wöhrle närrisch wortgewandt. Er gehe aber davon aus, dass „die Realisierung voraussichtlich in diesem Jahr stattfinden werde“, ohne jedoch ein konkretes Datum zu nennen. Wie er sagte, werde der finanzielle Handlungsspielraum immer enger. Man habe sich aber dafür entschieden, „gleich von Anfang an alles richtig zu machen, um auch in 13 Jahren noch eine gute Halle zu haben“, wie er einen weiteren rhetorischen Seitenhieb auf die zu kleine Neue Tonhalle bemerkte.

In seinem Jahresrückblick zeigte sich Zunftschreiber Matthias Reiner insgesamt zufrieden mit der vergangenen Fasnet und auch den außernärrischen Veranstaltungen. Besonders hervor hob er das Sommerfest, bei dem die Zunft in diesem Jahr einen Rekordumsatz erwirtschaftet habe. Über die genaue finanzielle Situation gab Säckelmeister Wolfgang Faißt Auskunft.

Dass die Wahrung der Brauchtumspflege oberste Priorität bei der Narrozunft hat, zeigte Vizezunftmeister und Brauchtumssprecher Hans-Jörg Voggenreiter in seinem Bericht auf. Die 1997 entstandene Idee einer „Fasnetsmappe“, mit der Kindergarten- und Schulkinder über die Villinger Fasnetshistorie informiert werden, wird wieder aufgegriffen. In einer Fasnetskiste werden zahlreiche Informationen rund um die Villinger Fasnet und über die Narrozunft für Schulen und Kindergärten zusammengestellt. „Mit der Fasnet kann man nicht früh genug beginnen“, so der Brauchtumssprecher. Bei einem Narro- und Mäschgerleabend sollen die neuen und unerfahrenen Hästräger über das richtige Verhalten im Häs in Kenntnis gesetzt werden. Außerdem gibt es für junge und erwachsene Hästräger einen „Strählkurs“.

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