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Die Narrozunft eröffnet Villinger Kneipenfasnet: Stars der Szene treten in der Zehntscheuer auf und zeigen Höhepunkte aus den vergangenen Jahren.

Das Publikum amüsiert sich prächtig beim Premierenabend der Villinger Kneipenfasnet in der Zehntscheuer. An insgesamt sieben Abenden präsentieren jeweils verschiedene Akteure Ausschnitte aus ihren bisherigen Programmen. Bild: Sprich

Wagen ein irisches Tänzchen bei der Kneipenfasnet in der Zehntscheuer. Die Gruppe „Total verkehrt“ mit Barnie Maier (von links), Martin und Thomas Gässler.

Sie sind eindeutig das Salz in der Fasnetsuppe: die beliebten Einzelakteure und Grüppchen, die an der Fasnet durch die Villinger Kneipen ziehen und mit ihren Liedern und Sketchen die Gäste auf beste närrische Weise unterhalten.

Aber es gehört schon eine Portion Glück dazu, den einen oder anderen dieser begnadeten Bänkelsänger und Büttenredner anzutreffen. Um einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Kneipenfasnet zu bieten und um die Möglichkeit zu schaffen, die besten Kneipenfastnachter an einem Stück zu erleben, gibt es in der Zehntscheuer der Narrozunft an insgesamt sieben Abenden eine Vorab-Kneipenfasnet, bei der sich die besten Gaudi-Truppen dem breiten Publikum präsentieren. Am Mittwoch war Premiere.

Keine Sorge: Die Akteure werden nicht schon im Vorfeld ihr ganzes Pulver verschießen. Bei ihren Auftritten in der Zehntscheuer kommen ausschließlich die alten Nummern zum Tragen. Die neuen Gags und Lieder werden selbstverständlich erst bei der richtigen Kneipenfasnet gespielt und gesungen.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Das Publikum war von Beginn gut gelaunt, als neue und bewährte Akteure große Kunst auf der kleinen Bühne präsentierten.

Ihre Premiere feierten beispielsweise die „Rotaugen“. Christian Föhrenbach, Ali Fritze und Steffen Letze verrieten unter anderem, wie der Besuch des Villinger Narros beim Mainzer Karneval 2009 und der Gegenbesuch des Tanzmariechen im Jahr darauf wirklich ablief. Dabei wurde klar, dass Tanzmariechen und Alt-Villingerin natürliche Feinde sind.

Ebenfalls neu im Reigen der Kneipenfastnachter sind die „Randstoablärer“ der Fazenedle. Ihre musikalischen Einlagen, darunter eine Hommage an Schwenningen – „In Schwenningen ist alles anders“ –, ließen das Publikum grölen vor Lachen.


Fest zur Villinger Fasnet gehören Henry Greif und Gunther Schwarz. Das Duo schwankte einmal mehr zwischen hochgeistigen Wortspielereien und absoluten Blödeleien. Greif brillierte als „Martin Schmi-T-T“, der sich im irrwitzigen Dialog mit Gunther Schwarz über das Skispringen austobte. Und es gab auch politische Seitenhiebe: Greif gab Wortkreationen zum Thema Ski und Sotschi zum Besten. Er forderte sogar, den Narros künftig das Führen eines Strählbuches zu verbieten. „Wegen unerlaubter Vorratsdatenspeicherung.“

Schlag auf Schlag wechselten die Gruppen und mit ihnen das jeweilige Genre. Zu den Akteuren beim Premierenabend zählten außerdem „Total verkehrt“, „Vogelfrei“, die „Hills Angels“, „Flower Klauer“, „Vier Zylinder und eine Fehlzündung“, Christian Zimmermann sowie „Los Ämol“.